Flug in den Tod: “Die Maschine hätte nie starten dürfen!”

Spanischen Medien zufolge wurden aus dem Flugzeugwrack die beiden Flugschreiber geborgen. Demnach meldete der Pilot der Spanair-Maschine vor dem Abheben technische Probleme. 

Die Nationalität der nach offiziellen Angaben 19 Überlebenden ist weiterhin unbekannt. Unter den 172 Menschen an Bord der Maschine waren nach vorläufigen Lufthansa-Angaben auch vier Deutsche. 

Die Ursache für das Unglück ist noch unklar. Die Flugschreiber der verunglückten Maschine wurden zur Untersuchung der Justiz übergeben. 

Medienberichten zufolge hatte nach dem Start des Flugzeugs nach Gran Canaria am Mittwoch eines der Triebwerke Feuer gefangen. Bei einer Notlandung soll das Flugzeug dann über die Rollbahn hinausgeschossen sein.

Vor dem Start des Flugzeugs gab es offenbar technische Probleme. Der Pilot der Maschine habe vor dem Abheben Probleme mit einem Temperatur-Messgerät am Äußeren des Flugzeugs gemeldet, berichtete die Nachrichtenagentur Europa Press. Der Defekt sei jedoch vor dem Start behoben worden. 

Erste Stimmen werden laut: "Das Flugzeug hätte niemals starten dürfen"

Die spanische Infrastrukturministerin Magdalena Alvarez sagte, das Flugzeug sei wegen eines technischen Problems mit einer Stunde Verspätung gestartet. Die Maschine sei bereits auf dem Weg zum Rollfeld gewesen und dann noch einmal umgekehrt. 

Offenbar gab es für Experten jetzt genug Indizien, die dafür sprachen, dass die Maschine niemals hätte starten dürfen.  

Passagierliste wurde mittlerweile im Internet veröffentlicht

Über die Nationalität der Überlebenden machte die Ministerin keine Angaben. 17 der 19 Überlebenden seien identifiziert, sagte Alvarez lediglich. Demnach sind zwei Kinder unter den Überlebenden der Katastrophe. Nach Angaben der kolumbianischen Botschaft in Madrid überlebte auch eine Kolumbianerin das Unglück.

Die Fluggesellschaft Spanair veröffentlichte am Mittwochabend eine Liste der Passagiere auf seiner Internetseite, ohne jedoch die Nationalität der Aufgeführten zu nennen. Spanischen Medienberichten zufolge befinden sich auf der Liste neben vier Deutschen auch zwei Schweden, ein Chilene sowie eine Kolumbianerin. 

"Das Schlimmste, was passieren konnte"

Laut Spanair befanden sich an Bord der Maschine zehn Crewmitglieder sowie 162 Passagiere, darunter 22 Kinder. Spanair richtete unter der Nummer 0034 800 400 200 eine Info-Hotline für besorgte Angehörige ein. Der Generaldirektor der Airline, Marcus Hedblom, sprach vom "schlimmsten, was passieren konnte". 

Die Königsfamilie will alle Krankenhäuser besuchen

Die spanische Königsfamilie will am Donnerstag mit den Angehörigen der Opfer sowie den 19 Überlebenden zusammenkommen. 

König Juan Carlos, Königin Sofía, Thronfolger Prinz Felipe sowie dessen Frau Letizia wollten mit den Angehörigen der 153 Todesopfer sprechen sowie die Überlebenden in verschiedenen Krankenhäusern besuchen, berichteten spanische Medien unter Berufung auf den Königspalast. Das Königspaar plane zudem, am Flughafen Barajas mit den Ermittlern zu reden.

Regierungssprecherin Nieves Goicoechea schloss einen Anschlag als Ursache des Unglücks aus. 

Es bestehe "kein Zweifel", dass es sich bei der Katastrophe um einen Unfall handele, sagte sie. Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero sprach von einer "Tragödie". 

Hilfe bei den Ermittlungen von Flugzeugbauer Boeing

Der US-Flugzeugbauer Boeing, in dessen Besitz McDonnell Douglas seit 1997 ist, bot den spanischen Ermittlern technische Unterstützung an. Spanair, eine Tochter der schwedischen SAS, ist Spaniens zweitgrößte Fluggesellschaft nach Iberia. 

Das bisher schwerste Flugzeugunglück in Spanien liegt mehr als 30 Jahre zurück: Im März 1977 starben beim Zusammenstoß zweier Boeing 747 auf dem Flughafen der Kanareninsel Teneriffa 583 Menschen. 148 Menschen wurden bei einem Flugzeugabsturz im Februar 1985 in der nordspanischen Stadt Bilbao getötet.