Flucht aus Todesflieger: “Die Maschine hatte kein Dach mehr”

Sie war in ein trockenes Flussbett voller Steine gestürzt und verlor kurz darauf das Bewusstsein. 

Eine ohrenbetäubende Explosion weckte die Ärztin wieder auf. "Ich suchte meinen Partner Jóse, sah neben mir einen Mann liegen und sprach ihn an". 

Doch es war nicht José. Am blutigen Handgelenk des Mannes hing eine Uhr, die sie noch nie gesehen hatte. Sie drehte sein Kopf und schaute in das Gesicht eines Fremden. Er war tot.

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"Überall lagen Tote, Kinder fragten nach ihren Eltern"

"Ich versuchte, auf die Beine zu kommen, stellte fest, dass ich offenbar einen Oberschenkelbruch habe", erzählte sie weiter. "Als ich mich umsah, war alles voller Leichen, Blut und Rauch". Verzweifelt rief sie nach José und ihrer Schwiegermutter Gema, die sie in den Urlaub begleiten wollte. Sie erhielt keine Antwort. 

Überall vernahm sie leises Wimmern, Schluchzen. "Auch Kinder lagen dort, baten um Hilfe, fragten nach ihren Eltern".

Vom Krankenwagen aus rief Palomino ihre Schwester Fernanda an. "Mein Telefon klingelte, und sie war es", berichtete Fernanda dem Blatt. "Sie sagte mir, das Flugzeug sei explodiert, dass es ihr aber gut gehe und dass wir uns keine Sorgen zu machen brauchten." 

Ligia Palomino erlitt Verbrennungen und oberflächliche Schnittwunden im Gesicht, außerdem wurde sie wegen eines Oberschenkelbruchs operiert. Ihr Mann lag verletzt im Krankenhaus, über das Schicksal der Schwägerin weiß sie bis heute nichts.  

Beatriz: "Ich spürte, dass mit dem Flugzeug irgendetwas nicht in Ordnung war"

Auch Beatriz Reyes berichtete vom Moment nach dem Unglück. Die 41-Jährige war gerade auf dem Rückweg von einem Urlaub in Südafrika, als es zur Katastrophe kam. "Ich spürte, dass etwas mit dem Flugzeug nicht stimmte. Das nächste, was ich weiß, ist, dass ich meinen Kopf hob und das Flugzeug kein Dach mehr hatte." Sie habe das Handy eines anderen Überlebenden benutzt, um ihre Schwester anzurufen und ihr mitzuteilen, dass mit ihr alles in Ordnung sei. 

"Wo ist meine Mama Amaya?"

Eine Flughafenmitarbeiterin namens Maria berichtete in spanischen Medien, sie habe einen achtjährigen Jungen und ein elfjähriges Mädchen zum Krankenwagen begleitet. "Der Junge war in guter Verfassung, er klagte nur über Schmerzen, aber was ihn am meisten beschäftigte war, seine Eltern zu finden", sagte sie. 

Auch das Mädchen habe unentwegt nach seiner Mutter Amaya gefragt. Während der Junge dem Bericht zufolge mit einem gebrochenen Bein im Krankenhaus liegt, befindet sich das Mädchen in einem kritischen Zustand. Auch ein sechsjähriger Junge überlebte das Unglück.