Financial Times: “Spanien ist seriös, besser als England”

Denn die "Financial Times", die in der europäischen Finanzwelt als eine Art Bibel gilt, hatte Spanien in den vergangenen Wochen wiederholt in einem Atemzug mit dem Schuldendebakel in Griechenland genannt und davor gewarnt, dass auf der Iberischen Halbinsel ein viel größeres Drama drohe.

Der Vergleich mit Griechenland versetzte die Madrider Regierung in helle Aufregung. Zapatero musste um das Ansehen seines Landes auf den internationalen Finanzmärkten bangen.

Dummerweise hatte der Regierungschef beim Wirtschaftsforum in Davos ausgerechnet neben seinem griechischen Amtskollegen Giorgios Papandreou sitzen müssen. Das Foto von den beiden Schuldensündern war ein gefundenes Fressen für all jene, die Spanien und Griechenland als Problemfälle in der EU über einen Kamm scheren wollten.

"Zapatero hätte einen großen Bogen um Papandreou machen und ein gemeinsames Foto verhindern sollen", munkelte man in Madrid.

Spanien ließ jedoch den Vorwurf, mit seiner hohen Neuverschuldung (11,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2009) die Stabilität des Euro zu gefährden, nicht auf sich sitzen. Die Regierung beschloss einen Sparplan, mit dem sie das Haushaltsdefizit bis 2013 auf die zugelassene Höchstgrenze von drei Prozent drücken will.

Wirtschafts- und Finanzministerin Elena Salgado flog eigens nach London, um die Verantwortlichen der Financial Times von ihrem Plan zu überzeugen.

Mit Erfolg. "Der Sparplan ist seriös", attestierte die Zeitung den Spaniern in einem Leitartikel. "Spanien weist deutliche Unterschiede zu Griechenland auf. Wenn man eine Parallele ziehen kann, dann eher zu Großbritannien. Dabei ist Spanien auf die Krise sogar besser vorbereitet als das Vereinigte Königreich. Madrid häufte in Zeiten des Booms Überschüsse an und hielt die Banken besser in Schuss."

Zapatero gewann in Europa neues Vertrauen, aber er muss nach übereinstimmender Ansicht spanischer Kommentatoren nun den Beweis antreten, dass er seinen Sparplan auch umzusetzen versteht. "Papier ist geduldig", schrieb das Madrider Wirtschaftsblatt "Expansión2. "Es gibt ernsthafte Zweifel daran, dass die Regierung die Schere auch an sensible Posten wie den Sozialhilfen oder den Beamtengehältern anlegen wird." (SAZ, dpa)

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