Fernando Torres: Pestilenz und Ebola, Comeback in Liverpool? “Mourinho schaut angeekelt weg”

Nur die Zeitung “Marca” aus Madrid nicht. Das Blatt macht sich in einem Kommentar für den Stürmer des AC Mailand stark. Und bittet höflich um Respekt für die spanische Legende.

Wörtlich heißt es: “Wir wollen nicht denken und noch weniger glauben, dass Fernando Torres mit 30 Jahren schon so mit dem Fußball fertig ist, dass er eine solche seltsame und verwirrende Situation erleben sollte, wie er sie derzeit erlebt. Er scheint ja irgendwie die Pest zu haben, und man behandelt ihn mit einem schier unglaublichen Mangel an Taktgefühl, Respekt und guten Manieren.”

Inzaghi zieht andere Stürmer vor

Denn sowohl sein aktueller Trainer Filippo Inzaghi von AC Mailand wie José Mourinho vom FC Chelsea, wo Torres immer noch unter Vertrag ist (nach Mailand ist er für zwei Jahre ausgeliehen worden) wollen von Torres derzeit nichts wissen. Die Zeitung “Marca” dazu: “Es stimmt ja, dass Torres in zehn Spielen für Milan erst ein Tor geschossen hat, aber gerade Inzaghi sollte wissen, dass die Tore bei einem Stümer, wenn er einen Lauf hat, alle auf einmal kommen. Und man darf nicht übersehen, dass Milan selbst zwölf Punkte hinter Spitzenreiter Juventus Turin liegt.” Es könne also nicht nur an Torres liegen.

Inzaghi habe allerdings die Weisung von Clubbesitzer Silvio Berlusconi, mit Torres zusammen zwei Spitzen aufzustellen, in den Wind geschlagen, stattdessen ziehe er Torres Spieler wie Menez, El Shaaraway und sogar Bonaventura vor. Und Mourinho schaue geradezu angeekelt zur Seite, wenn er auf eine mögliche Rückkehr von Torres zu Chelsea angesprochen werde.

Bitte die Form wahren

Die Zeitung dazu: “Wir wissen auch, dass bei Chelsea schon Diego Costa, Didier Drogba und Remi unter Vertrag stehen. Aber es gibt bestimmte Formen, die Dinge zu sagen, die man sagen will. Aber im Falle von Torres hat man die respketloseste Form gewählt, die es gab. Dabei hat sich Torres im Dress von Chelsea immer ganz fraglos professionell verhalten.”

Das Blatt sieht Torres allerdings auch als “Geisel seines Vertrages”, den sich Torres in seiner langen und erfolgreichen Karriere erworben hat. Denn der verhindere unter anderem einen Transfer zu Atletico Madrid, das Torres seit Jahren gerne zurückholen will. Allerdings nicht das nötige Kleingeld für den Ex-Star der Colchoneros aufbringt. Angeblich will Atletico Torres auch jetzt wieder im Winter verpflichten. Ob es klappt? Eher unwahrscheinlich, Torres müsste dafür auf sehr viel Geld verzichten.

Liverpool träumt von Torres-Comeback

Fakt ist zudem, dass bei Atletico die neue Nummer 9, Mario Mandzukic, mittlerweile angekommen ist. Zwölf Saisontore können nicht lügen. Damit hat “Super Mario”, wie er bei Atletico seit seinem Tor gegen Real Madrid im spanischen Supercup gerufen wird, sogar schon ein Tor mehr erzielt als sein Vorgänger Diego Costa in England. Der alte Publikumsliebling kommt beim FC Chelsea bislang nur auf elf Treffer. Allerdings: Von Costas Wert im Vorjahr, also 27 Ligatoren am Ende der Saison, ist auch Mario derzeit noch Welten entfernt.

Ebenfalls im Gespräch ist eine Rückkehr von Torres zum FC Liverpool, bei dem es derzeit alles andere als rund läuft. Dort ist Balotelli gerade dabei, seinen (ohnehin nicht mehr allzu guten) Ruf zu verspielen, schon lange träumen die Fans der Reds von einer Rückkehr ihres einstigen Lieblings, der allerdings für 58 Millionen Euro zu Chelsea gegangen war – wohl eindeutig wegen des Geldes.