Fernando Torres: Atletico Madrid nicht realistisch! “Mourinho war immer ehrlich”

Der Ex-Star der Colchoneros erklärte in einem Interview mit dem TV-Sender Cuatro, dass es ihm gar nicht gefallen habe, dass sein Name vor der laufenden Saison als möglicher Neuzugang im Sturm bei Atletico gehandelt worden war. „Ich glaube, sie haben mit der Möglichkeit gespielt, dass ich komme, und dabei die Gefühle der Fans genutzt. Dabei habe ich schon oft gesagt, dass ich nicht zu Atletico zurückkehre, um mich dort zurückzuziehen. Ich werde kommen, wenn ich Lust habe, den Kampf aufzunehmen, zu spielen. Atletico ist heute ganz anders als damals, als ich ging. Ich schaue mir jede Woche die Spiele an, es ist nicht realistisch, an eine Rückkehr zu denken.“

Da kommt die Frage hoch: Fühlt sich Fernando Torres etwa zu schlecht für seinen Ex-Klub, immerhin amtierender Meister Spaniens? Ist sein aktueller Klub AC Mailand eine Nummer kleiner als Atletico? Und was ist mit seinen Ambitionen, jemals wieder für Spanien zu spielen?

„Meine Ära in der Seleccion ist noch nicht vorüber“

Dazu Torres: „Ich will annehmen, dass meine Ära in der Seleccion noch nicht vorüber ist. Ich habe genügend Selbstvertrauen. Ich glaube auch nicht, dass ein Generationenwechsel nötig ist, der hat sich außerdem schon Stück für Stück vollzogen. Man kann aber nicht einfach alle Spieler austauschen, es gibt nicht zwei identische Spieler – und es gibt Spieler in der Elf, die Erklärungen verdienen, was mit ihnen passiert. Die WM war natürlich eine riesige Enttäuschung, denn wir wussten, dass es das letzte Mal sein würde, dass wir alle zusammen spielen werden. Es war hart, wir waren mental nicht darauf vorbereitet, das entscheidende Spiel gegen Chile zu spielen. Wir wussten, was passieren würde. Ich weiß nicht, vielleicht waren wir nicht so ehrlich zu uns selbst, wie wir das bis dahin immer gewesen sind.“

„Die Parade von Iker Casillas gegen Robben bleibt für immer“

Zur anhaltenden Diskussion über seinen Freund Iker Casillas bei Real Madrid erklärte Fernando Torres: „Wenn ich das höre, muss ich immer an seine Parade im WM-Finale 2010 gegen Arjen Robben denken. Das ist nicht zu löschen, von niemandem. Man kann über Iker diskutieren, ihn auspfeifen und sagen, was man will. Aber diese Parade bleibt für immer, niemand wird jemals bestreiten können, wie wichtig Iker für Real Madrid und für die spanische Nationalmannschaft war.“

„Mourinho war immer ehrlich zu mir“

Dass er zuletzt selbst beim FC Chelsea scheinbar aussortiert worden war, um Diego Costa Platz zu machen, der wie er früher für Atletico spielte, sieht Torres gelassen: „Mourinho war immer ehrlich zu mir, hat mich gut behandelt. Mein Abgang war eine persönliche Entscheidung, denn ich muss mich wichtig fühlen, wenn ich für einen Klub arbeite. Mourinho und ich haben eine gute Beziehung, wir reden weiter miteinander.“

Bei Atletico trauern sie derweil weiter der Liga-Gala nach, wo nur Diego Simeone als bester Trainer des Jahres ausgezeichnet worden war. Fakt ist: Abgestimmt haben die Kapitäne der Ligaklubs. Diego Godin forderte unterdessen offene Wahlen, damit mehr Transparenz herrsche, Liga-Boss Javier Tebas aber äußerte sich schon dagegen. Seine Befürchtung: Wird offen abgestimmt, sehen die Wahlen demnchst aus wie beim Eurovision Song Contest: Twelve Points für die besten Freunde. Und wer das beste Lied singt, ist egal.