FC Barcelona: Messi und Piqué steigen ab, Real Madrid ewiger Meister! “Katalonien oder Liga”

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Die Diskussion ist entbrannt: Wo wird der FC Barcelona spielen, wenn am Sonntag die Mehrheit der Katalanen für die Unabhänigkeit für Spanien stimmen wird?

Die Frage, die sich so an den Urnen gleichwohl nicht stellt, weil der komplette, von einigen Politikern in Katalonien so geplante Unabhängigkeitsprozess gegen die spanische Verfassung ist, entzweit derzeit die Öffentlichkeit. Denn einige sagen, Barca könne selbst im Falle einer Unabhängigkeit Spaniens weiter in der spanischen Liga kicken. Andere sagen: Das geht auf keinen Fall.

“Wenn der spanische Staat zerfällt, zerfällt auch die spanische Liga”

Ligapräsident Javier Tebas zum Beispiel erklärte am Montag: “Wenn der spanische Staat zerfällt, zerfällt auch die spanische Liga.” Mit anderen Worten: Barca und Espanyol Barcelona könnten dann auf keinen Fall weiter in Spanien aktiv sein. Das verbietet derzeit auch das spanische Sportgesetz. Demnach dürfen in den spanischen Ligen nur spanische Clubs teilnehmen.

Wie immer aber gibt es Ausnahmen, wie die Zeitung “Sport” aus Barcelona schreibt. Demnach wurde in der Vergangenheit bereits für Andorra ein Platz in Spanien eingeräumt. Ob man dies auch so für ein unabhängiges Katalonien täte? Zumal dessen Landes-Regierungschef Artur Mas am Montag androhte, die Schulden Kataloniens beim spanischen Staat nicht zurückzahlen zu wollen, sollte sich Madrid im Falle eines Sieges der “Unabhängigkeitsparteien” am Sonntag weiter gegen die Abspaltung Kataloniens stellen. Die Fronten scheinen verhärtet. Was wiederum nicht wirklich gut für Barca ist.

“Mehr als das Viertelfinale in der Champions League wäre wohl nicht mehr drin”

Der Club versucht, sich derzeit so weit es geht aus den politischen Debatten heraus zu halten. Das Dilemma ist dennoch perfekt. Denn einerseits gilt Barca historisch gesehen als Speerspitze der Unabhängigkeitsbewegung – und kokettierte unter Präsidenten wie Joan Laporta auch damit. Und beim vergangenen Champions-Finale in Berlin sah man Flaggen der Unabhängigkeitsbewegung.

Andererseits weiß man um die politischen Konsequenzen: Barca müsste in einer kleinen katalonischen Liga kicken, die Europäische Union würde das unabhängiges Katalonien wohl kaum in die EU aufnehmen. Dazu bräuchte man ein einstimmiges Votum – was wohl an Spanien scheitern würde. Ob die UEFA dann Barca in der Champions League mitspielen ließe, für die man sich als katalanischer Meister allerdings erst noch mühsam qualifizieren müsste?

Miguel Cardenal, der Staatsekretär für Sport in Spanien, gab am Montag bereits eine düstere Prognose für die Zukunft Barcas in einem unabhänigen Katalonien ab: “Barca wird dann ein Club wie Ajax Amsterdam oder Celtic Glasgow.” Und: “Mehr als das Viertelfinale in der Champions League wäre wohl nicht mehr drin.” Reine Panikmache? Oder ein berechtigter Einwand? Darüber diskutiert jetzt ganz Spanien.

Barca, so viel scheint sicher, würde im Falle der Unabhängigkeit Kataloniens eine ganze Stange Geld verlieren: Die TV-Rechte für die Übertragung einer katalanischen Liga, in der Barca gegen Lleida, Gerona oder Lloret de Mar kicken würde, wären wohl kaum mehr als ein Taschengeld wert. Barca würde also um Provinzverein mutieren. Ob man das beim FC Barcelona, das sich stets positiv zur Unabhängigkeit stellte, so bedacht hatte? Ob das Gerard Piqué bedacht hat, als er zuletzt noch überall in der Presse erklärte, man müsse das Volk entscheiden lassen und seinen Willen respektieren – und der sich regelmäßig bei Demonstrationen für die Unabhängigkeit sehen lässt?

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