FC Barcelona verkauft sich: Guardiola naiv oder zynisch?

Denn die "Qatar Foundation" ist keinesfalls die über jede Kritik erhabene gemeinnützige Stiftung, die Barça-Präsident Sandro Rosell und Trainer Pep Guardiola angekündigt hatten.

Seit die Zeitung "El Mundo" meldete, dass unter dem Dach der Katar-Stiftung auch Hassprediger wie Scheich Al-Qaradawi aktiv sind, sind die Meinungen eindeutig: "Der FC Barcelona hat seinen Mythos verkauft." 

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Zudem verfolgten Rosell und Guardiola kommerzielle Interessen mit dem Katar-Deal, die 430 Millionen Euro Schulden seien eher vorgeschoben. Denn auch in der Vergangenheit habe Barça mit seinen Schulden leben können.

Im Radiosender Cope hieß es: "Jedem muss doch auffallen, dass hier etwas nicht stimmt: Normalerweise sammeln Stiftungen Spenden ein – und vergeben sie nicht. Wofür zahlen die Katarer jedes Jahr 30 Millionen Euro?"

Fakt ist: Scheich Al-Qaradawi, in dessen Namen die Stiftung Stipendien vergibt, hält Adolf Hitler für ein Werkzeug Allahs, die Ermordung von Millionen Juden im Dritten Reich für eine gerechte Strafe. Er rief schon zur Ermordung schwangerer Israelinnen auf und hat auch nicht gegen das Töten von israelischen Kindern. In den USA und in Großbritannien hat der Islamist Einreiseverbot.

Dazu ist die Stiftung keinesfalls so privat, wie ihre Propaganda vorgibt. Denn sie steht fest unter der Kontrolle des katarischen Königshauses, das Meinungsfreiheit verbietet und sich an dem frauenfeindlichen Scharia-Gesetz des Islam orientiert. Amnesty International stuft das Land als unfrei ein, vor allem Frauen, Gastarbeiter (80 Prozent der Bevölkerung) und Homosexuelle würden erniedrigt.

Pep Guardiola, der zwei Jahre lang als Spieler in Doha viel Geld verdiente, sagte zum Entsetzen vieler Frauen in Spanien bei einer Pressekonferenz: "Die Frauen in Katar genießen sehr wohl Rechte. Ich habe sie dort arbeiten, Auto fahren und auf der Straße gehen sehen." 

War das nun zynisch oder einfach nur naiv? Kommentar El Mundo: "Als Frau kann man nur entsetzt sein. Guardiola hat sich damit selbst erledigt."

Fakt ist: Der FC Barcelona hat sich mit seiner Entscheidung für die Qatar-Foundation keine Freunde gemacht, selbst die eigenen Fans sind gespalten, etwa die Hälfte stimmt im Votin der Zeitung "Sport" dagegen – darunter die Ex-Präsidenten Godall und Gaspart. Am Sonntag sah man Plakate gegen den Deal.

Der Club, der einst "mehr als ein Club" war, ist nun in der Wirklichkeit angekommen. Und die verlangt wohl von Fußballclubs, sich meistbietend zu verkaufen, egal ob an Wettanbieter (wie Real Madrid) oder Islamisten – Hauptsache, die Kohle stimmt. Auch das Wort "Prostitution" fiel bereits … (SAZ; Foto: Marca)

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