FC Barcelona: Trainerwechsel? Luis Enrique unter schwerem Beschuss! “Traumwelt statt Realität”

Denn während der Coach nach dem Kantersieg erklärte: “Ich kann mir kaum ein besseres Spiel denken als das heute”, schießt die Zeitung “Sport” erneut scharf gegen den neuen Mann auf der Kommandobrücke der Katalanen. Ungewöhnlich scharf. Und üblich eigentlich nur vor unmittelbar bevorstehenden Trainerwechseln.

In einem Kommentar heißt es am Mittwoch: “Lieber Herr Doktor, wir wenden uns an Sie, ohne dass wir Sie kennen würden, damit Sie Ihrem Klienten einige unserer Gedanken übermitteln, ernst gemeinte, keinesfalls kritische Gedanken, die dazu beitragen mögen, den Gemütszustand des Trainers des FC Barcelona zu bessern.”

Arzt hat Zeitungen verboten

Hintergrund: Auf die Frage, ob ihn die kritischen Fragen zu seinem Team beeindrucken würden, hatte Luis Enrique zuletzt erklärt: “Ich lese die Zeitungen nicht, das hat mir mein Arzt verboten.”

Die “Sport” schreibt dazu weiter: “Wenn Sie, Herr Doktor, Luis Enrique wirklich empfohlen haben, keine Presse zu lesen,  mag das eine neue Form der Therapie sein, aber sie könnte auch negative Nebenwirkungen haben. Es ist nämlich nicht gut, wenn der Trainer Barcas sich von der Realität verabschiedet und lieber in einer Traumwelt leben möchte. Wenn er denkt, dass die ganze Welt sich gegen ihn verschworen hat und nur er selbst in die richtige Richtung marschiert, könnte er am Ende schwere Probleme bekommen, auch in der Kommunikation mit seinen Spielern. Und das wäre dann wirklich schwerwiegend.

Von Kritikern kann man lernen

Wir wussten schon, dass Luis Enrique in seinem Stab einen Psychologen beschäftigt, der ihm dabei helfen kann, die Probleme zu beseitigen, die schlechte Resultate mit sich bringen. Was wir bisher noch nicht wussten ist, dass er auch einen Arzt als Schutzschild beschäftigt. Wenn Ihr Klient tatsächlich, wie er meint, den Verein Barca so gut kennt, soll er das zeigen. Acht Jahre als Spieler, drei als Trainer von Barca B, sollten ihm reichen, um seinen Kritikern nicht die kalte Schulter zu zeigen. Von Kritikern kann man nämlich auch noch etwas lernen.

Wir wissen auch nicht, ob Sie als Arzt, lieber Herr Doktor, dem Trainer möglicherweise nicht nur empfehlen, auf das Lesen von Zeitungen zu verzichten, sondern sich auch noch um die  Aufstellung den Team kümmern. In diesem Fall wäre es vielleicht positiv, Luis Enrique zu erklären, dass es nicht gut ist, jeden Spieltag eine neue Mannschaft aufs Feld zu schicken, denn so kann sich ein Team unmöglich finden, vor allem in einem Jahr des Übergangs.”

Lob an die Fans

Ob sich Luis Enrique von dieser Breitseite beeindrucken lässt (so er sie denn liest)? Zum Spiel gegen Huesca sagte er nur: “Ich will das komplette Team loben für den Einsatz, den wir heute gezeigt haben. Dabei war es ja um nicht so viel gegangen, bei allem Respekt vor dem Gegner. Ich war auch überrascht von den vielen Fans, die uns heute sehen wollten.”

Auf die Frage nach Real Madrid und die Club-WM, die aktuell in Marokko stattfindet, erklärte Luis Enrique: “Wir werden sehen, ob wir auch noch irgendwann einmal eine Club-WM spielen können, das wird die Zukunft zeigen. Wir kümmern uns jetzt um die Gegenwart und das reicht mir auch voll und ganz.”