Denn nach dem 5-0 gegen Atletico Madrid und der gelungenen Delegierten-Versammlung am Samstag schoss Pep Guardiola scharf gegen die aktuelle Club-Führung.

„Joan Laporta leidet entsetzlich, das hat er nicht verdient. Ich bin darüber sehr traurig. Die aktuelle Führung sollte sich gut überlegen, was sie tut.“

Was hatte Guardiola bloß geritten? Das fragt sich am Montag die Presse selbst in Barcelona. Die Zeitung „Sport“ kommentiert: „Guardiola hat sich schwer geirrt.“

Denn vor einem Jahr hatten die Club-Mitglieder mit großer Mehrheit beschlossen, Ex-Präsident Laporta wegen dessen Verschwenungs- und Schuldenpolitik vor Gericht zu ziehen. Jetzt soll er mit Privatvermögen haften.

Das dahinter liegende Problem aber ist: Guardiola macht sich unglaubwürdig. Noch gilt er vielen Barca-Fans als vertrauenswürdig und klug. So folgten sie ihm auch, als Guardiola zuletzt erklärte, in Katar, das Barca 165 Millionen Euro für Trikotwerbung überweist, sei die Welt in Ordnung – obwohl Amnesty International das genaue Gegenteil behauptet.

Aber wie glaubwürdig ist einer, der offen zu dem extremen katalanischen Nationalisten Laporta hält? Von dem stammt der Satz: „Wenn Barca gewinnt, gibt es Champagner, Zigarren und Frauen!“ Titelgewinne pflegte er wie ein König auf Barca-Kosten in exklusiven Clubs zu feiern – der Club häufte 450 Millionen Euro Schulden an.

Laporta hatte Guardiola einst die Chance gegeben, sich als Trainer zu beweisen. Und in Katar hatte er einst als Spieler gutes Geld verdient, als ihn in Europa niemand mehr verpflichten wollte.

Die Frage, die sich jetzt viele Fans der Katalanen stellen, lautet: Pfeift Guardiola etwa nur nach der Pfeife, die ihm das Konto füllt?