FC Barcelona: Cruyff attackiert Barca – und begnadigt Messi! “Laporta ist voll rehabilitiert”

Die Legende Barca erklärte bei einer Buch-Präsentation, dass ihn der aktuelle Zustand seines Klubs „sehr schmerzt“. Nicht nur der Tabellenstand. Vor allem der Zustand der Institiution.

Cruyff sagte: „Als wir noch UNICEF auf dem Trikot hatten, war Barca eine echte Perle. Jetzt tut es weh, hinzuschauen.“ Fakt ist: Die Qatar Foundation, die von Ex-Präsident Sandro Rosell ins Boot geholt wurde, um angebliche Verluste von Rosells Vorgänger Joan Laporta auszugleichen, ist heftig umstritten. Vor allem weil Katars Rolle in der islamistischen Bewegung mittlerweile weltweit kritisch gesehen wird. Noch dazu erklärte nun ein Gericht, dass Laporta nicht nur nicht die ihm seit Jahren unterstellten 47,6 Millionen Euro Verlust erwirtschaftet hatte, sondern im Gegenteil: vier Millionen Euro Gewinn. Cruyff dazu: „Der Richter hat Laporta vollkommen rehabilitiert.“

„Ich würde nur beschmutzt werden …“

Dass die aktuelle Führung Revision gegen das Urteil zugunsten seines Freundes Laporta eingelegt hat, gefällt dem Holländer natürlich auch nicht. Seine Abrechung mit Boss Josep Bartomeu, der 2016 vermutlich gegen Laporta neu gewählt werden will: „Es war sehr intelligent von mir, dass ich zu Beginn der Präsidentschaft Rosells meine Ehren-Präsidentschaft zurück gegeben habe. Ich würde doch nur beschmutzt werden mit dem, was da passiert. Es tut sehr weh zu sehen, wie Barca weltweit sein Image verspielt. Der Club steckt in viel zu vielen Gerichtsprozessen, sein Präsident kann am Ende im Gefängnis landen.“

„Real Madrid hat von Barca das Fußballspielen gelernt“

Die Kritik von Cruyff bezog sich aber nicht nur auf den Club an sich. Denn auch sportlich läuft es ja derzeit nicht ganz rund – statt an der Tabellenspitze steht Barca nach dem 0-1 gegen Celta Vigo derzeit nur noch auf Platz vier. Cruyff, der schon im Sommer kritisiert hatte, dass jetzt Real Madrid die Ballkünstler verpflichtet habe, die früher Barca geholt hätte, sagte: „Real hat von Barca gelernt, guten Fußball zu spielen.“ Zu Lionel Messi sagte er: „Messi spielt nicht alleine. Aber ich erlebe ihn zufrieden. Warum sollte er es auch nicht sein. An dem Tag, an dem die Presse aufhört, vom Rekord Zarras zu sprechen, wird er auch wieder Tore schießen.“ Dass am Ende Messi mit Neymar und Luis Suarez harmonieren wird, hält er nicht für ausgemachte Sache: „Das muss sich erst noch zeigen, wir können uns im kommenden Jahr darüber unterhalten.“ Zuletzt hatte Suarez selbst zu seinem Spiel im mit 1-3 verlorenen Clásico gegen Real Madrid wenig schmeichelhaftes zu Trainer Enrique erklärt: „Ich habe mich im Bernabeu-Stadion taktisch im Niemandsland gefühlt.“

„Sieg gegen Ajax ist Pflicht“

Dann machte Cruyff noch Druck auf Luis Enrique, von dem er scherzhaft sagte: „Das Beste, was ich zu ihm sagen kann, ist, dass ich ihn einst verpflichtet habe. Dann aber wurde ich von Barca gefeuert und konnte ihn leider nicht mehr trainieren.“ Zum Spiel bei seinem Ex-Club Ajax Amsterdam am Mittwoch in der Champions League erklärte Cruyff: „Alles andere als ein Sieg wäre eine riesige Enttäuschung für Barca. Wir sind viel stärker, Ajax ist noch zu jung.“ Dass es Enrique nicht leicht hat, leuchtet allerdings auch Cruyff ein: „Es ist schwer für mich, ihm Ratschläge zu geben, ich bin nicht nah genug dran. Aber Barca hatte in neun Jahren zwei Trainer, danach in drei Jahren drei Trainer. Und es gibt da noch mehr Dinge, die nicht an die Öffentlichkeit kommen.“