Fall Polop: Bürgermeister heimlich beerdigt

Denn eigentlich sollte Alejandro Ponsoda bereits seit Sonntag eingeäschert sein – aber dann beorderte der neue Chefermittler der Guardia Civil den Leichnam unmittelbar nach der Trauerfeier zurück zur Obduktion.

Mittlerweile wurde bekannt, dass die Töchter Ponsodas, María und Fatíma, dafür gesorgt haben, dass ihr Vater wenigstens beerdigt wurde. Dies in aller Stille und ohne Öffentlichkeit. Dass die Einäscherung verboten wurde, gebietet in einem Mordfall das Gesetz. Die Leiche soll einer weiteren Obdukton zur Verfügung stehen. Sollte dies angeordnet werden, muss Ponosoda wieder aus seinem Sarg heraus.

Von den rund 3.000 Menschen, die in Polop wohnen, hatte am Sonntag mehr als ein Drittel ihren toten Bürgermeister auf seinem vermeintlich letzten Gang begleitet – viele Menschen weinten.

Ponsoda zurück ins Leichenschauhaus – Ermittlungen leitet jetzt der Chef – noch immer keine heiße Spur

Nach der Trauerfeier wurde es allerdings makaber. Da der zuständige Staatsanwalt die Bestattung des Leichnams noch nicht frei gegeben hatte, wurde Ponsoda wieder zurück ins Leichenschauhaus verfrachtet –  er sollte dort für eine mögliche Obduktion aufbewahrt werden. Die Ermittlungen des Mordfalles werden ab sofort vom Chefermittler der Guardia Civil persönlich geleitet, der Mann ist für gründliche Arbeit bekannt.

Ponsoda, 16 Jahre lang Bürgermeister von Polop, erlag am Samstag morgen im Krankenhaus in Alicante seinen Verletzungen, die ihm einer oder mehrere noch unbekannte Täter mit Pistolen zugefügt hatten.

In Polop wurden drei Tage offizielle Trauer angeordnet. Die Polizei sucht weiter nach dem Motiv für die Bluttat, hat aber noch immer keine Spur. Die beiden verwendeten Pistolen weisen die Kaliber 7,65 und 380 auf, womit es sich um kleine Modelle handelt. Diese Pistolen werden gerne von Frauen zur Selbstverteidigung benutzt und passen perfekt in jede Handtasche. Deshalb dachte die Polizei eine Zeitlang daran, Ponsoda könnte Opfer einer Eifersucht geworden sein.

Aber auch die andere Theorie ist nicht vom Tisch. Demnach könnte es sich um einen Racheakt wegen einer zuvor verhängten Enteignung handeln.

Die beiden Schüsse sind aus nur einem Meter Entfernung abgegeben worden, so dass die Möglichkeit besteht, dass der Bürgermeister den oder die Täter gesehen hat. Die Schüsse trafen Ponsoda, als er seinen Wagen vor seiner Haustür parken wollte. Ein Schuss traf ihn direkt in den Kopf.