Fall Maddie: Ermittler suchen jetzt nach Mari Luz Cortes

Sie besuchten die spanische Stadt Huelva, wo vor wenigen Tagen die fünf Jahre alte Mari Luz Cortes verschwunden sein soll. Huelva liegt rund 180 Kilometer von Praia da Luz entfernt, wo Madeleine McCann am 3. Mai verschwunden war.

Die Detektei Metodo 3 prüft im Auftrag von Maddies Eltern Kate and Gerry McCann mögliche Verbindungen zwischen den beiden Fällen. Gerry McCann sagte am Dienstag: „Wir sind äußerst besorgt darüber, dass in der Region ein weiteres Mädchen verschwunden ist. Wir sind in Gedanken bei der Familie.“ Die Vermutung der McCanns ist, dass es sich bei den Entführern um einen in der Region agierenden Kinderschänder-Ring handelt.

Ein Zeuge will Mari in einem Bus gesehen haben

Die fünjährige Mari war am Sonntag nicht mehr nach Hause zurückgekehrt, nachdem sie sich um 17 Uhr aufgemacht hatte, um einkaufen zu gehen. Ihre Mutter Irena alarmierte zwei Stunden später die Polizei, die mit Hubschraubern und Spürhunden nach dem Mädchen suchte.

Auch die portugiesische Polizei wurde eingeschaltet. Ein Zeuge will Mari einige Stunden nach dem Vorfall in einem Bus gesehen haben. Eine Zigeunerin soll bei ihr gewesen sein und sie angeschrien haben, Ruhe zu geben. Die Mutter des Kindes sagte, die Beschreibung ihrer Tochter sei verlässlich, weil sie exakt die beschriebene Kleidung getragen habe.

Der Vater des Mädchens, Juan Jose, sagte: „Mari hat nie das Haus verlassen, sie ist sehr schüchtern.“  

Eltern geben Pressekonferenz und haben schon einen Sprecher

Journalisten, die derzeit in Huelva arbeiten, beschreiben die Stimmung in der Stadt als vergleichbar mit den Szenen, die sich im Mai in Praia da Luz abspielten. Die Eltern von Mari gaben eine Pressekonferenz vor ständig mehr werdenden Reportern. Bahnt sich ein neuer Fall Maddie an?

Denn auch die Eltern von Mari haben bereits einen Sprecher, der das Verhalten seiner Mandanten verteidigt. Sein Name: Luis Molina. Er sagte: „Es ist doch normal, dass Mari alleine einkaufen ging. Das Geschäft liegt um die Ecke, und hier kennt jeder jeden. Hier ist noch nie ein Kind verschwunden.“ Bis Sonntag.

McCann-Sprecher Clarence Mitchell sagte: „Wir kümmern uns um den Fall und werden untersuchen, ob es Zusammenhänge gibt.“