Fall Maddie: Englischer Politiker beleidigt Portugiesen

Der Europaabgeordnete Roger Knapman warf der portugiesischen Polizei amateurhaftes Verhalten, Korruption und Unfähigkeit vor und beleidigte auch gleich noch ganz Portugal. Knapman ist Vorsitzender der „Independence Party“ und vertritt Südwestengland im Europaparlament.

In einem Brief an Abgeordnete, die sich im Zusammenhang des Falls Maddie um die guten Beziehungen zwischen Großbritannien und Portugal sorgen, schrieb Knapman laut Daily Mail: „Wir wissen doch, dass man der portugiesischen Polizei nicht trauen kann. Teile davon sind korrupt, die anfänglichen Ermittlungen waren amateurhaft.“

„Portugal kennt keine Bürgerrechte, Demokratie und Freiheit – denen ist nicht zu trauen“

Weiter heißt es: „Es ist wichtig zu erkennen, dass Portugal keine wirkliche Geschichte in Sachen Bürgerrechte besitzt, in Sachen Freiheit und Demokratie.“ Schließlich sei Portugal erst vor 30 Jahren eine Demokratie geworden.

Der Brief wurde im Namen Knapmans von dessen Assistent Piers Merchant geschrieben. Der war früher einmal konservativer Abgeordneter des britischen Parlaments, bevor er nach einer Affäre mit einer 17 Jahre alten Hostess gehen musste.

Die portugiesische Polizei kommentierte den Brief als „inakzeptabel und unverantwortlich“.

„Die McCanns bekommen mehr Hilfe als normal“

Auch Englands Premierminister Gordon Brown und Außenminister David Miliband kümmern sich auffällig um den Fall Maddie. Beide standen in engem Kontakt zu Kate und Gerry McCann bevor sie offiziell zu Verdächtigen erklärt wurden, aber auch heute noch werden sie täglich über den Fall informiert – und zuletzt machte Brown beim EU-Gipfel Druck, den Fall endlich zu lösen. Was er damit meinte, war klar: Die Eltern von Maddie in Ruhe zu lassen.

Zur Einmischung von englischen Politikern in den Fall sagte laut Zeitung El Mundo der Anwalt eines der Freunde von Maddies Eltern: „Ich verstehe vollkommen, dass sich unsere Regierung verpflichtet fühlt, den McCanns zu helfen. Aber sie bekommen mehr Hilfe als in solchen Fällen üblich ist. Das verstehe ich keinesfalls. Denn es behindert die Ermittlungen.“

Der Anwalt weiter: „Ich will niemanden anklagen, aber die McCanns haben viele falsche Freunde, die ihnen keinesfalls dabei helfen, Maddie zu finden.“