Fall Maddie: Alibi bröckelt – Hat Michaela W. gelogen?

Dort aber gibt es nun Zeugen, die Michaela W. seit einem Jahr nicht mehr gesehen haben wollen. Nach einem Bericht der englischen Zeitung Daily Mail soll die Deutsche sogar aus der Gemeinde hinausgeworfen worden sein.

Schlimmer noch: Aktive Gemeindemitglieder geben an, dass die Polizei das Alibi der Deutschen nie richtig überprüft habe. „Ich wurde dazu nie gefragt“, sagte Teofilo Castela, „die Polizei war nie bei uns“. Gerüchten zufolge hatte den Zeugen Jehovas nicht gefallen, dass Michaela W. zwar bei ihrem Ehemann und ihrer Tochter lebte, aber seit zwei Jahren  ein offenes Verhältnis zu Robert Murat hatte. 

„Michaela war sicher nicht am 3. Mai bei uns“ – genau zur Gottesdienstzeit verschwand Maddie

Murat, ein Engländer, lebt zusammen mit seiner Mutter in der Ferienanlage, aus der Maddie McCann am 3. Mai verschwand. Teofilo Castela: „Wir haben sie ausgeschlossen. Unsere Gemeinschaft hat bestimmte Regeln, und die dürfen nicht gebrochen werden.“ Eine Frau sagte: „Michaela war sicher nicht am 3. Mai bei uns. Sie ist seit einem Jahr nicht mehr da gewesen.“

Michaela W.s Alibi für die Tatnacht am 3. Mai schien perfekt zu sein. Die Zeugen Jehovas im nahen Lagos feiern jeden Donnerstag zwischen 20 Uhr 30 und 22 Uhr 15 ihren Gottesdienst – genau an einem Donnerstag in dieser Zeit verschwand die kleine Maddie.

Michaela: Vorwürfe sind „lächerlich und bizarr“

Michaela W. war in Verdacht geraten, Madeleine McCann nach Marokko verschleppt zu haben. Sie gab aber an, am 3. Mai in Lagos im Gottesdienst der Zeugen Jehovas gewesen zu sein.Die Vorwürfe, sie sei mit Maddie zwei Tage nach ihrem Verschwinden in Portugal und im Juni in Marokko gesehen worden, bezeichnete die 34-Jährige als „lächerlich und bizarr“ – wer dies behaupte, drohte sie, müsse mit einer Anzeige rechnen.Für die Öffentlichkeit wird sie laut Daily Mail allerdings so lange interessant bleiben, wie unklar ist, wo sie die zwei entscheidenden Tage verbracht hat, an denen sie angeblich gesichtet wurde – am 5. Mai und am 15. Juni. Immerhin zwei voneinander unabhängige Zeugen sprechen gegen sie. Die Spanierin Isabel Gonzalez, auf Urlaub in Marokko, will Michaela W. am 15. Juni dort gesehen haben.