Die Polizei gab zu, dass Kate und Gerry McCann wohl definitiv nicht zu überführen sind. Zwar gebe es Verdachtsmomente – aber keine Beweise. Und woher sollten die neun Monate nach dem Verschwinden Maddies noch kommen?

Andererseits: Wird der Fall Maddie zu den Akten gelegt, hört die portugiesische Polizei auch auf, nach der verschwundenen Maddie zu suchen.

Polizeiquellen aus Portugal sagten laut Daily Mail der Presse, dass Polizeichef Alipio Ribeiro einen Ausstieg aus dem Fall Maddie suche. Angeklagt werde niemand. Für Wirbel hatte Ribeiro vergangene Woche gesorgt, als er zu Protokoll gab, dass Maddies Eltern wohl vorschnell zu Verdächtigen erklärt worden waren. Kritiker warfen ihm vor, die Ermittlungen damit „abgetötet“ zu haben – angeblich habe er sich später bei den ermittelnden Kollegen entschuldigt.

Ein geknotetes Nylonseil wurde bereits gefunden

Andere Beobachter sind der Meinung, dass Ribeiro nur die öffentliche Meinung testen wolle: Wie steht die Bevölkerung zu einer Schließung der Maddie-Akte? Angeblich hat Ribeiro die Nase voll von dieser Never-Ending-Story um das englische Mädchen und seinen Eltern, die ohnehin lieber mit ihren Privatermittlern arbeiten.

Eine Schließung der Akte ohne Anklage wäre gleichwohl eine Niederlage für Ribeiro, denn er hatte seinen besten Mann, Paulo Rebelo, auf den Fall angesetzt.

Mitchell: „Wir werden weiter nach Maddie suchen“

Das Anwälte-Team der McCanns in England und Portugal hat die Streichung von Kate und Gerry von der Liste der Verdächtigen gefordert. Sprecher Clarence Mitchell sagte, dass sie den Staatsanwalt aufgefordert hätten, sich den Fall binnen einiger Tage noch einmal anzusehen.

Mitchell: „Wir wollen nicht, das der Fall zu den Akten gelegt wird. Wir glauben immer noch, dass Maddie leben könnte. Deshalb muss die Polizei weiter ermitteln und nach der vermissten Maddie suchen. Wir jedenfalls werden niemals aufgeben, nach ihr zu suchen.“

Dass politischer Druck aus England hinter der Entscheidung, den Fall zu schließen, steht, hatte Ribeiro bereits mehrfach abgestritten.