Experten rätseln: Welche Ursachen lösten den Absturz aus?

Nach neuesten Berichten der spanischen Zeitung "El País" handelt es sich dabei jedoch um eine falsche Information. 

Unter Berufung auf Ermittler, die Videoaufnahmen der spanischen Flughafenbehörde Aena gesichtet haben, berichtete das Blatt, dass das Triebwerk des Spanair-Flugzeugs nicht brannte. 

Das Flugzeug sei abgehoben, dann abgestürzt und habe erst am Boden Feuer gefangen. 

NEWS: Letzte SMS aus Todesflieger: "Wir dürfen nicht aussteigen" 

Ein brennendes Triebwerk sorgt zunächst einmal für zusätzlichen Schub

Zuvor hatten Augenzeugen ausgesagt, das linke Triebwerk sei beim Start in Flammen aufgegangen und das Feuer für den Absturz verantwortlich gemacht. Dies ist aber allein aus technischen Gründen gar nicht möglich. Im Gegenteil – ein brennendes Triebwerk sorgt im ersten Augenblick für zusätzlichen Schub.

Wenn es sich allein um ein brennendes Triebwerk gehandelt haben sollte, so war dies auf keinen Fall der Auslöser für das Unglück.

FORUM: Flugzeugunglück in Madrid – Trauer und Wut in Spanien

Die Zeitung "El Mundo" berichtete unter Berufung auf Vertreter der Zivilluftfahrt, Teile des linken Triebwerks hätten sich gelöst und das Seitenruder der Heckflosse der MD-82 beschädigt. Dadurch sei die Maschine aus dem Gleichgewicht gekommen und abgestürzt.

Der Leiter der Zivilluftfahrtbehörde, Manuel Bautista, sagte "El País", es müsse mehr als eine Ursache für den Absturz gegeben haben. Ein defektes Triebwerk allein könne nicht der Grund sein. 

Auch der Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt ging von einer Kette von Ursachen aus. Im Bayerischen Rundfunk sagte er, beim Unfall eines Verkehrsflugzeugs kämen "im Schnitt sechs bis sieben Ursachen" zusammen. 

"Das ist eine Kette von Ereignissen, menschliche oder technische Fehler, wo bei jedem einzelnen es möglich gewesen wäre, diese Kette zu unterbrechen", sagte Großbongardt. 

Spanair hatte einen guten Ruf

Spanair hat dem Experten zufolge einen soliden Ruf. Die Airline habe durch die hohen Treibstoffpreise wirtschaftliche Probleme, "aber nicht mehr, als viele andere Fluggesellschaften auch". 

Auch bei älteren Flugzeugen müssten sich Passagiere in Europa generell bei keiner Fluggesellschaft sorgen machen, da diese gut gewartet würden.

Der Vorsitzende der spanischen Gewerkschaft der Luftfahrttechniker, José Maria Delegado, schloss aus, dass der von Spanair-Technikern kurz vor dem Start behobene technische Defekt die Ursache für den Absturz gewesen sein könnte. 

Spanair hatte am Donnerstag mitgeteilt, Techniker hätten ein defektes Luftventil repariert, bevor das Flugzeug zum Start freigegeben wurde. Die Fluggesellschaft wies Vorwürfe der Fahrlässigkeit von sich. 

Weiter lesen: 

NEWS: Profitgier, Chaos, Schlamperei: Spanair unter Druck 

NEWS: Flucht aus Todesflieger: "Die Maschine hatte kein Dach mehr"

NEWS: Schweigeminuten für die Opfer – nur nicht in Peking!

NEWS: Überlebende in Madrid: "Ich sprang einfach nach draußen"

NEWS: Flug in den Tod: "Die Maschine hätte nie starten dürfen!"

NEWS: Tragödie in Madrid: Das bange Warten der Angehörigen

NEWS: Verunglückte Spanair: Erster Start wurde von der Crew abgebrochen 

NEWS: 153 Tote, nur 19 überleben, Mediziner identifizieren Leichen