Euro: Kurs steigt nach Europawahl! “Boom für Anleihen geschwächter Eurostaaten”

Die europäische Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,3646 US-Dollar. In der Nacht zum Dienstag hatte der Euro nur knapp über der Marke von 1,36 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3635 (Freitag: 1,3630) Dollar festgesetzt.

Der deutliche Wahlerfolg der italienischen Demokratischen Partei (PD)bei den Europawahlen trieb die Anleger zum Wochenstart in Anleihen geschwächter Eurostaaten. In der drittgrößten Euro-Volkswirtschaft hatte die Partei des als reformfreudig und proeuropäisch geltenden Premierministers Matteo Renzi mehr als 40 Prozent der Stimmen erhalten. «Renzi hat jetzt ein starkes Mandat für Reformen erhalten», sagte Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank. Damit sei die Gefahr, dass Italien durch politische Instabilität gefährdet wird, deutlich gesunken.

Auch der Wahlausgang in Griechenland dürfte es laut Beobachtern der dortigen Regierung erlauben, ihre Politik fortzuführen. Am stärksten sanken die Anleiherenditen zum Wochenstart in Griechenland, Italien, Portugal, Irland und Spanien. Hiervon profitierte wiederum der Euro. Dass EZB-Präsident Mario Draghi erneut Handlungsbereitschaft im Kampf gegen die zu niedrige Inflation signalisiert hat, wirkte sich hingegen kaum auf den Kurs aus.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,80990 (0,80935) britische Pfund, 138,97 (138,92) japanische Yen und 1,2210 (1,2210) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde wegen eines Feiertages in London nicht gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 29 660,00 (30 010,00) Euro.