Es bedürfte eines „europäischen Finanzministeriums, das die Macht hat, Steuern zu erheben und demzufolge auch Geld zu leihen“, schrieb er in einem Gastbeitrag für das US-Magazin „New York Review of Books.

Soros verlangte von den europäischen Politikern einen radikalen Kurswechsel. Der europäische Rettungsfonds EFSF sei gerade mal ausreichend für die drei kleineren Staaten Griechenland, Portugal und Irland. „Er ist nicht umfangreich genug, um größere Länder wie Spanien oder Italien zu stützen.“

Europa tue gerade nur das absolut Nötigste statt die Probleme von Grund auf anzugehen, beklagte Soros. „Deshalb ist Europa zu einer scheinbar unendlichen Serie an Krisen verdammt.“

Damit erneuerte der milliardenschwere Spekulant seine Kritik am Krisenmanagement. „Selbst wenn die Katastrophe verhindert werden kann, ist eine Sache klar: Der Druck, die Defizite abzubauen, wird die Eurozone in eine länger andauernde Rezession stürzen.“

Er sieht vor allem die Bundesrepublik als wirtschaftlich stärksten Staat Europas in der Pflicht. „Der Weg, der zu einer Lösung führt, muss in Deutschland gefunden werden.“

Die deutsche Bevölkerung müsse akzeptieren, dass sie keine andere Wahl habe, als den Euro zu unterstützen. „Ein Niedergang des Euro würde eine Kernschmelze auslösen, die die Verantwortlichen nicht mehr eindämmen könnten.“