EU verärgert Marokko, Spaniens Fischer müssen leiden: Kutter bleiben im Hafen

Dutzende spanische Fischkutter haben am Donnerstag wegen eines Streits zwischen Marokko und der Europäischen Union im Hafen festgesessen.

Das spanische Fischereiministerium erklärte, 600 Arbeitsplätze seien direkt, weitere Stellen indirekt bedroht. 64 Kutter seien betroffen. Die Fischervereinigung von Algeciras in Südspanien teilte mit, alle Fischerboote seien nach Mitternacht in den Hafen zurückgekehrt.

Die am meisten betroffenen spanischen Regionen sind Andalusien und die Marokko vorgelagerten Kanarischen Inseln im Atlantik. Die spanische Fischereiministerin Rosa Aguilar forderte von der Europäischen Union Entschädigungszahlungen für die von der heimischen Wirtschaft erlittenen Verluste.

Aus Verärgerung über eine Entscheidung des Europäischen Parlaments zur Fischereipolitik hatte Marokko am Mittwochabend sämtliche Fangschiffe aus der EU aufgefordert, seine Hoheitsgewässer ab Mitternacht zu verlassen. Das Europaparlament hatte zuvor die Verlängerung eines Fischereiabkommens zwischen der EU und Marokko mit 326 gegen 296 Stimmen blockiert. Als Begründung gab das Parlament an, die Interessen der Bevölkerung der Westsahara müssten besser geschützt werden.

Die Westsahara ist eine frühere spanische Kolonie, die nach ihrer Unabhängigkeit im Jahr 1975 von Marokko annektiert wurde. Die Rebellenbewegung Frente Polisario kämpft jedoch mit Unterstützung Algeriens für die vollständige Unabhängigkeit der Region von Rabat.

Die EU-Regierungen hatten sich am 12. Juli für eine Verlängerung des Fischereiabkommens ausgesprochen. Dieses ermöglicht 120 Schiffen aus der Europäischen Union, insbesondere aus Spanien, den Fischfang vor den Küsten Marokkos. Im Gegenzug leistet die EU jährliche Zahlungen von 36,1 Millionen Euro.