EU-Aussichten für Kosovo & Co? Balkan-Gipfel endet im Chaos!

Unter chaotischen Begleitumständen verhinderten Sicherheitskräfte ein geplantes Zusammentreffen der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton mit Journalisten. Es gab weder eine Teilnehmerliste noch eine Tagesordnung noch eine gemeinsame Abschlusserklärung.

Im Kompetenzwirrwarr zwischen Spanien, Bosnien, der EU und den einzelnen Balkanländern kam es in Sarajevo zum Kollaps.

Großräumige Straßensperrungen und strengste Sicherheitsmaßnahmen führten zu einem völligen Zusammenbruch des Verkehrs. Die mehr als 300 akkreditierten Journalisten wurden weitab von der Konferenz in einem Pressezentrum einquartiert, das nicht funktionsfähig war.

Die Außenminister aus Serbien, Kroatien, Bosnien, Montenegro, Albanien, Mazedonien und dem Kosovo nahmen nur mit Namensschildern und ohne Hinweis auf ihren Herkunftsstaat am Verhandlungstisch Platz.

Große EU-Länder wie Frankreich und Deutschland hatten nicht einmal ihre Außenminister geschickt, obwohl das Treffen ursprünglich als „Gipfel“ der Staats- und Regierungschefs geplant war.

Die spanische Außenminister Miguel Ángel Moratinos gab im Namen der EU-Ratspräsidentschaft seines Landes eine Erklärung ab.

Darin wird die „europäische Perspektive“ des gesamten Balkans einschließlich eines späteren EU-Beitritts dieser Länder erwähnt.

Allerdings müssten diese Staaten zuvor weitgehende Reformen ihres Justiz- und Verwaltungsapparates durchsetzen. Auch der Kampf gegen die grassierende Korruption sei eine Voraussetzung für die weitere Annäherung an Brüssel. (dpa, SAZ)

Foto: Punxutawneyphil (Flickr)