Einsatzkräfte nahmen am Montagabend in der Nähe der spanischen Grenze in Südfrankreich den mutmaßlichen neuen militärischen Anführer der ETA fest, wie das Innenministerium in Paris mitteilte. Aitzol Iriondo alias "Gurbitz" soll der Nachfolger des vor drei Wochen gefassten "Txeroki" sein.

Neben "Gurbitz" ging der Polizei bei dem Anti-Terror-Einsatz in Gerde am Rande der Pyrenäen ein mutmaßliches Mitglied des ETA-Kommandos "Biskaya" und ein dritter mutmaßlicher "Etarra" ins Netz, wie Ermittler mitteilten.

Die Verdächtigen hätten Handfeuerwaffen und gefälschte Papiere bei sich gehabt, hätten bei der Festnahme auf offener Straße aber keinen Widerstand geleistet. Sie wurden in die südwestfranzösische Stadt Bayonne überstellt und sollten am Dienstag oder Mittwoch nach Paris gebracht werden.

"Gurbitz" habe sofort die Nachfolge von Miguel de Garikoïtz Aspiazu Rubina alias "Txeroki" übernehmen können, nachdem dieser vor drei Wochen gefasst wurde, sagten Ermittler. Spaniens Innenminister Alfredo Peréz Rubalcaba sagte in Madrid, "Gurbitz" sei möglicherweise an der Tötung zweier spanischer Polizisten vor einem Jahr beteiligt gewesen.

Drei mutmaßliche ETA-Mitglieder hatten die Beamten vor einem Jahr vor einer Cafeteria in Südfrankreich erschossen; die Polizei fasste zwei Mitglieder des Kommandos kurz darauf, der dritte Mann entkam.

Auch "Txeroki", der Vorgänger des mutmaßlichen Militärschefs, soll mit der Tat zu tun haben. Ihn hatte die Polizei Mitte November im gleichen Gebiet gefasst. Mit "Txeroki" nahmen die Einsatzkräfte die 31-jährige Leire Lopez Zurrutuza fest, seine Freundin, nach der seit drei Jahren gefahndet worden war.

In der Nacht zum Montag fasste die Polizei im Nordwesten von Spanien, nicht weit von der französischen Grenze entfernt, drei weitere Verdächtige. Der Einsatz stehe in Zusammenhang mit der Festnahme des mutmaßlichen Militärchefs, berichete der spanische Fernsehsender TVE.

Frankreich und Spanien arbeiten im Kampf gegen die ETA seit Jahresbeginn enger zusammen. In Frankreich fasste die Polizei seit Beginn des Jahres mindestens 36 Verdächtige, die der ETA angehören oder Verbindungen zu der Baskengruppe haben sollen.

Die Euskadi Ta Askatasuna (Baskenland und Freiheit) kämpft seit vier Jahrzehnten gewaltsam für den Zusammenschluss von Gebieten in Spanien und Frankreich zu einem unabhängigen Staat. Dabei kamen nach offiziellen Angaben bislang mehr als 820 Menschen ums Leben.

Vergangene Woche starb bei einem mutmaßlichen ETA-Anschlag im spanischen Baskenland ein Geschäftsmann. Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten führen die ETA auf der Liste der Terrorgruppen. (AFP)

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