ETA-Panne: “Man hat uns einfach zu Terroristen gemacht”

„Man soll das Ausmaß des Fehlers nicht übertreiben“, sagte Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero. Innenminister Alfredo Pérez Rubalcab räumte allerdings ein: „Das hätte man besser machen können.“

Bei der Suche nach einem ETA-Kommando, das südlich von Paris einen Polizisten erschossen hatte, hatten die Ermittler harmlose Feuerwehrmänner mit baskischen Terroristen verwechselt.

Die Fahndungsbehörden in Frankreich und Spanien räumten am Wochenende ein, dass die auf einem Fahndungs-Video gezeigten Männer keine ETA-Terroristen waren, sondern spanische Feuerwehrleute. Die aus Katalonien stammenden Feuerwehrmänner hatten in der Gegend südlich von Paris Urlaub gemacht, in der am vorigen Dienstag ein Polizeibeamter bei einem Feuergefecht mit mutmaßlichen ETA-Mitgliedern getötet worden war.

Das von den Ermittlern verbreitete Fahndungs-Video war von den Sicherheitskameras eines Einkaufszentrums aufgenommen worden. Es zeigt fünf junge Männer beim Einkaufen. Die Fahnder waren davon ausgegangen, dass das Quintett zu dem Terror-Kommando gehörte, das am Dienstag südlich von Paris einen Automarkt überfallen und anschließend einen Beamten getötet hatte.

Die Polizei hatte bei dem Feuergefecht einen mutmaßlichen Terroristen festnehmen können, die anderen entkamen. Aus Fahndungskreisen in Spanien war am Freitag verlautet, einer der Männer auf dem Video sei der oberste Chef der ETA. Dafür hatte es aber keine offizielle Bestätigung gegeben.

Die fünf Feuerwehrleute hatten von Verwandten erfahren, dass sie auf einem Fahndungs-Video zu sehen waren. Sie meldeten sich in Frankreich freiwillig bei der Polizei, um ihre Aussagen zu machen. Dort wurden sie fünf Stunden lang verhört und durften dann die Heimreise antreten. „Wir ahnten nichts Böses, und da hat man uns mit einem Schlag zu ETA-Terroristen gemacht“, beklagte sich einer von ihnen nach der Rückkehr nach Barcelona.

Die Verwechslung kam nach spanischen Presseberichten vom Sonntag dadurch zustande, dass ein pensionierter französischer Polizist die Feuerwehrleute in einem Supermarkt südlich von Paris beobachtet und deren Katalanisch für Spanisch gehalten hatte.

Daraufhin hätten die Ermittler die Videos der Überwachungskameras ausgewertet und den Kollegen des getöteten Beamten gezeigt, hieß es. Diese hätten gesagt, bei den fünf Männern könne es sich um die Verdächtigen handeln, die an dem Feuergefecht mit der Polizei beteiligt gewesen seien.  (SAZ, dpa)

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