Zwei Tage vor den Wahlen in Spanien ist im Baskenland ein sozialistischer Politiker brutal erschossen worden. 

Wie die Regionalregierung mitteilte, erlag der 43-jährige Isaías Carrasco am Freitag den Schussverletzungen, die er in der Stadt Mondragón, südwestlich von San Sebastián, erlitten hatte.

Die Täter gaben drei Schüsse auf Rücken und Brust des Opfers ab. Carrasco verstarb dann in einem Krankenhaus. Augenzeugen sagten, der Politiker sei beim Verlassen seines Hauses vor den Augen seiner Frau sowie seiner Tochter erschossen worden. Carrasco hatte üblicherweise auf Personenschutz verzichtet.

Zapatero: "Die Terroristen wollen die Wahl stören"

Die Politiker aller Parteien zeigten sich entsetzt. Der baskische Regierungschef Ibaretxe sagte, die ETA solle nie wieder den Namen des Baskenlandes für ihre Untaten in den Mund nehmen.

Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero warf der ETA vor, sie wolle die Parlamentswahl am Sonntag mit dem Anschlag stören. Der Urnengang soll aber wie geplant stattfinden.  Dies werde die spanische Demokratie nicht erschüttern.

Der Spitzenkandidat der konservativen Volkspartei (PP), Mariano Rajoy, rief die Parteien zu Einigkeit im Kampf gegen die ETA auf. "Wir müssen alle gegen die ETA zusammenhalten", sagte er auf einer Pressekonferenz in Madrid. Die Organisation müsse alle Hoffnung verlieren, ihre Ziele erreichen zu können.

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Spanien wählt am Sonntag – PSOE in den Umfragen weiter vor der PP

In Spanien wird am Sonntag ein neues Parlament gewählt, der Wahlkampf wurde nach dem Attentat spontan beendet. In jüngsten Umfragen lag die PSOE von Regierungschef Zapatero vier Prozentpunkte vor der konservativen Volkspartei (PP) Mariano Rajoys.

Zapatero hatte die Wahl vor vier Jahren gegen Rajoy gewonnen. Die Abstimmung war damals stark von den Anschlägen auf Vorortzüge in Madrid bestimmt, die drei Tage vor der Wahl das Land erschütterten.

Da die spanische Regierung auch 2008 im Zusammenhang mit der Wahl ein Attentat der ETA befürchtete, hatte sie vor zwei Wochen die höchste Alarmstufe ausgerufen.

Innenminister Rubalcaba hatte im vergangenen Monat gewarnt, vor den Wahlen versuche die ETA "möglicherweise zu töten". Im vergangenen Monat hatte die ETA bereits zwei kleine Bombenanschläge im Baskenland begangen. In den vergangenen Jahrzehnten fielen mehr als 800 Menschen dem Kampf der ETA zum Opfer.

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