ETA-Chef gefasst, Riesen-Schlag gegen den Terror

Französische und spanische Polizisten nahmen Javier López Peña in der Nacht zum Mittwoch im französischen Bordeaux fest, wie die Regierungen in Paris und Madrid mitteilten. Der 49-Jährige soll die Baskenorganisation seit zwei Jahren geleitet haben.

Spanischen Ermittlern zufolge gingen der Polizei bei dem Einsatz in der Innenstadt von Bordeaux fünf weitere mutmaßliche ETA-Mitglieder ins Netz. Peña alias "Thierry" soll unter anderem für den Terroranschlag auf den Flughafen von Madrid im Dezember 2006 verantwortlich sein.

Neben Thierry fasste die Polizei in Bordeaux auch Ainhoa Zaeta Mendiondo. Sie war es, die im vergangenen Juni die Erklärung verlas, mit der die Baskengruppe ihren  ein Jahr zuvor ausgerufenen einseitigen Waffenstillstand beendete. Zudem haben die Fahnder auch Igor Suberbiola und den seit drei Jahren flüchtigen Jon Salaberría gefasst.

Thierry leitete auch den militärischen Arm der ETA

Die Ermittler gehen davon aus, dass der 49 Jahre alte Peña alias "Thierry" den Historiker José Antonio Urrutikoetxea alias "Josu Ternera" 2006 an der Spitze des politischen ETA-Apparates abgelöst hat. Zusammen mit Urrutikoetxea und Aitzol Iriondo alias "Gurbitz" soll er auch den militärischen Arm der Organisation geleitet haben.

Peña soll für die vor gut zwei Jahren gescheiterten Friedensverhandlungen zwischen der ETA und der sozialdemokratischen spanischen Regierung verantwortlich sein. Die Regierung brach die Gespräche nach dem tödlichen Anschlag auf den Madrider Flughafen ab.

Peña wird auch für das Ende der einseitigen Waffenruhe und für die jüngsten Anschläge der Baskengruppe verantwortlich gemacht, darunter für den Mord an einem früheren baskischen Stadtrat im März. Zuletzt starb Mitte des Monats bei einem mutmaßlichen Anschlag der ETA auf eine Polizeikaserne im Baskenland ein Mensch.

Die Untergrundorganisation, die von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, kämpft seit fast vierzig Jahren gewaltsam für die Unabhängigkeit des Baskenlandes im Norden von Spanien. Dabei kamen mehr als 820 Menschen ums Leben.

Spaniens Innenminister Afrede Perez Rubalcaba brach einen Besuch in Westafrika ab, um nach Madrid zurückzufliegen. Frankreichs Premierminister François Fillon erklärte in Paris, die Festnahme in Bordeaux zeige erneut, wie gut Frankreich und Spanien täglich im Kampf gegen den Terrorismus zusammenarbeiteten.