ETA-Anschlag: Fünf Kilo-Bombe explodiert ohne Vorwarnung

In der Nacht zu Sonntag explodierte ein Sprengsatz in der Druckerei von "El Correo", der wichtigsten Tageszeitung im spanischen Baskenland, wie die Polizei mitteilte. 

Zum Zeitpunkt der Detonation befanden sich rund 50 Menschen in dem Gebäude, verletzt wurde jedoch niemand. Die Polizei machte die baskische Untergrundorganisation ETA für den Anschlag verantwortlich. Auch "El Correo" schrieb die Explosion der ETA zu.

Vor der Explosion in der Druckerei, die sich in Zamudio nahe Bilbao befindet, habe es keine telefonische Warnung gegeben, erklärte die Polizei. 

Die rund fünf Kilogramm Sprengstoff seien hinter dem Gebäude platziert worden. Ein Teil der Mauer wurde eingerissen. 

Die ETA werde ihre Ziele nicht erreichen und könne keinen Druck auf "El Correo" und "alle anderen Kommunikationsmittel" ausüben, erklärte der Chef der Zeitung, Juan Carlos Martinez, im Radiosender Euskadi. "Wir werden unsere Arbeit fortsetzen." 

ETA: 40 Jahre Terror in Spanien und Frankreich

Der jüngste Anschlag ereignete sich fast auf den Tag genau 40 Jahre nach dem ersten ETA-Attentat. Dabei war am 7. Juni 1968 José Pardines getötet worden, Mitglied der Polizeitruppe Guardia Civil. Die ETA kämpft für ein unabhängiges Baskenland und wird für den Tod von 823 Menschen im Laufe der vergangenen 40 Jahre verantwortlich gemacht. Im Juni 2007 kündigte die ETA eine im März 2006 vereinbarte Waffenruhe auf.

Nach seiner Wiederwahl im vergangenen März nannte Spaniens Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero den Kampf gegen die ETA als einen der Schwerpunkte seiner zweiten Amtszeit. Während der ersten Legislaturperiode des Sozialisten waren Friedensgespräche der Regierung mit der ETA gescheitert. 

Die EU und die USA betrachten die ETA als Terrororganisation.