ETA-Anschlag: Baufirma erneut im Visier – drei Verletzte

Bei einem Anschlag der baskischen ETA sind am Sonntag im Norden Spaniens drei Menschen leicht verletzt worden. 

Das baskische Innenministerium teilte mit, die Explosion habe sich vor den Büros einer Baufirma in Zarautz ereignet. Die ETA habe kurz vorher eine telefonische Warnung ausgesprochen. 

Die ETA hatte vor einem Jahr eine 15-monatige Feuerpause aufgekündigt, da die Regierung bei den begonnenen Friedensverhandlungen nach ihrer Einschätzung nicht zu Zugeständnissen bereit war.

Das Innenministerium teilte mit, die Explosion habe sich gegen 2.30 Uhr vor einem Bürogebäude der Baufirma Construcciones Amenabar in Zarautz ereignet. Eine Stunde zuvor hatte eine Frauenstimme die Explosion im Namen der ETA in einem Anruf bei der regionalen Straßenmeisterei angekündigt. 

Bei der Detonation erlitten zwei Polizisten Gehörschäden, ein Zivilist erlitt Schnittwunden im Gesicht. Die Fassade des Gebäudes wurde spanischen Medienberichten zufolge beschädigt, in einem nahegelegenen Haus wurden die Fensterscheiben durch die Druckwelle der Explosion zerstört.

Es ist das zweite Mal, dass Construcciones Amenabar von der ETA angegriffen wird. Im Mai waren zwei kleine Sprengsätze in Hernani explodiert und hatten Bagger der Firma beschädigt. Amenabar ist am Bau eines Schienennetzes für einen Hochgeschwindigkeitszug zwischen den baskischen Städten Vitoria, Bilbao und San Sebastián beteiligt. Am Samstag hatten in San Sebastián tausende Menschen gegen das Verkehrsprojekt protestiert.

Die ETA kämpft für ein unabhängiges Baskenland in Teilen Spaniens und Frankreichs und wird für den Tod von 823 Menschen im Laufe der vergangenen 40 Jahre verantwortlich gemacht. Am Freitag hatte die Untergrundorganisation sich zu einem Sprengstoffanschlag vom 14. Mai bekannt, bei dem ein Polizist getötet worden war. Am 22. Mai war der ETA-Anführer Javier López Pena in Bordeaux verhaftet worden.