ETA-Aktivisten zu langen Gefängnisstrafen verurteilt

Unter den Verurteilten befinden sich demnach auch zwölf Anführer. Das Gericht sei über das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmaß hinausgegangen, hieß es. „El País“ hatte nach eigenen Angaben vorab Zugang zu dem Urteil des für den Anti-Terror-Kampf zuständigen Gerichts Audiencia Nacional in Madrid, das am 10. Dezember verkündet werden soll.

17 weitere Aktivisten müssen laut der Zeitung wegen ihrer Zusammenarbeit mit der ETA zwei bis neun Jahre Haft in Haft, fünf wurden freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte in dem von November 2006 bis März diesen Jahres dauernden Prozess erklärt, die Angeklagten seien Mitglieder von Organisationen, die in Wirklichkeit zum politischen Apparat der ETA (Euskadi Ta Askatasuna, Baskenland und Freiheit) gehörten. 

Mitte Oktober hatte der spanische Ermittlungsrichter Baltasar Garzón die Mehrheit der Führungsmitglieder der ETA-nahen Partei Batasuna (Einheit) festnehmen lassen, die seit 2002 verboten ist und von Spaniens Oberstem Gericht im März 2003 für „illegal“ erklärt wurde.

Die spanische Justiz hatte am Freitag wegen erhöhter Fluchtgefahr angesichts der bevorstehenden Urteilsverkündung Haftbefehl gegen 46 der Angeklagten erlassen. Bis zum Freitagabend wurden nach Angaben aus Justizkreisen 23 von ihnen festgenommen.

Die ETA versucht seit fast vier Jahrzehnten, mit Gewalt die Unabhängigkeit des Baskenlandes zu erzwingen. Im Juni hatte die Untergrundorganisation den von ihr im März 2006 einseitig ausgerufenen Waffenstillstand aufgekündigt.