Estepona im Visier: Korruption an der Costa del Sol

Promis und Millionäre spielen im Moment wohl eher eine Nebenrolle. 

Zuletzt war es der Luxus-Badeort Marbella, wo die halbe Stadtverwaltung inklusive Bürgermeister vor Gericht stand und hinter Gitter gesperrt wurde. 

Nun hat die spanische Polizei Ermittlungen im Nachbarort Estepona eingeleitet, wo Gemeindeangestellte Baugenehmigungen gegen Schmiergelder erteilt haben sollen. 

"Ein Einsatz gegen Korruption im Immobilienbereich ist in Estepona im Gange", sagte eine örtliche Polizeisprecherin der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag. Wieviele Menschen von der Razzia betroffen seien, wollte die Sprecherin nicht sagen. 

Erneut ist der Bürgermeister im Fall verwickelt

Der private Hörfunksender Cadena Ser berichtete jedoch, Bürgermeister Antonio Barrientos und "mindestens sechs Gemeinderäte sind Ziel der Untersuchungen über die mutmaßliche Zahlung von Schmiergeldern für die Erteilung von Baugenehmigungen".

Estepona liegt 30 Kilometer westlich von Marbella, wo es vor zwei Jahren einen riesigen Korruptionsskandal gegeben hatte. 

Wegen Immobilien-Korruption waren damals fast hundert Verdächtige vorübergehend festgenommen worden, darunter Marbellas prominenter Bürgermeister Julián Muñoz, zahlreiche Stadträte und  Bauunternehmer. 

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen wurden Güter im Wert von mehr als 2,4 Millionen Euro beschlagnahmt, darunter Kunstwerke, Schmuck, hundert Vollblutpferde, ein Hubschrauber, mehrere Luxuslimousinen und Villen. 

Marbella gehört zu den Pilgerstätten der internationalen Schickeria und ist eines der touristischen Zentren Spaniens.