Erstes Maddie-Buch kommt – aber wer braucht es?

Noch in der kommenden Woche will der portugiesische Kriminalreporter Hernani Carvalho, der für den TV-Sender TVI arbeitet, ein Buch vorlegen, in dem die ersten 129 Tage des Falls aufgearbeitet werden – vom 3. Mai, dem Tag des Verschwindens von Madeleine McCann bis zur Rückkehr ihrer Eltern Kate und Gerry nach England am 9. September. Der originelle Titel des Buchs: „Maddie 129″.

Carvalho will in dem Buch nach eigenen Angaben keine Antworten geben, sondern vielmehr krasse Widersprüche in den Aussagen der McCanns und ihrer Freunde, die mit ihnen in Praia da Luz Ferien machten, aufzeigen. „Warum widersprechen sie sich, zum Beispiel wenn es um die Uhrzeiten geht, an denen sie angeblich nach den Kindern geschaut haben, als sie in der Tapas-Bar zum Essen waren?“

Die Frage muss erlaubt sein? Wozu ein Buch, das Widersprüche aufzeigt, die ohnehin die ganze Welt schon diskutiert?

Erster Tatverdächtiger Murat wird neu verhört

Unterdessen wurde bekannt, dass der erste offizielle Verdächtige im Fall Maddie, Robert Murat, erneut von der Polizei verhört werden soll. Der Vorgang ist Teil des Plans des neuen Chefermittlers Paulo Rebelo, den Fall neu aufzurollen. Murat (33) lebt mit seiner Mutter in einer Villa nahe der Feriensiedlung in Praia da Luz, in der die McCanns Urlaub machten. Auch Kate und Gerry sowie die restlichen Mitglieder der so genannten „Tapas Nine“ können sich auf neue Verhöre einstellen.

Die portugiesischen Ermittler machen sich derzeit vor Ort erneut ein Bild von den Ereignissen unmittelbar nach dem Verschwinden der kleinen Maddie. Dies gilt als Eingeständnis schwerer Ermittlungsfehler der portugiesischen Polizei in den Anfängen des Falls Maddie. Die neuen Ermittler gaben bereits zu, dass es ein schwerer Fehler gewesen sei, die Tatorte nicht von Anfang zu versiegeln. Mittlerweile seien durch die amateurhafte Ermittlungsweise viele mögliche Spuren vernichtet.

Die McCanns sowie die britisch Presse hatten von Anfang an schwere Vorwürfe gegen die portugiesische Polizei erhoben.