Entführter Fischkutter: Piraten nehmen Besatzung mit an Land

Die Besatzung des vor Somalia von Piraten entführten spanischen Fischkutters ist nach Angaben der Frau des Kapitäns an Land gegangen. 

Die Seeleute seien "an Land angekommen", sagte die Ehefrau von Kapitän Amadeo Alvarez am Dienstag dem spanischen Radiosender RNE. 

Wo die Besatzung an Land ging, sagte die Frau nicht. "Ich habe mit meinem Mann telefoniert", berichtete sie weiter. "Es geht ihnen gut, sie werden alle gut behandelt." 

Die spanische Regierung wollte die Angaben über den Landgang offiziell nicht bestätigen. Der Vater eines der spanischen Seeleute sagte dem baskischen Radiosender Euskadi, das Piratenkommando bestehe aus zehn "Soldaten".

Entführung am Sonntag beim Thunfischfang

Die Piraten hatten den baskischen Fischkutter "Playa de Bakio" am Sonntag vor Somalia gekapert, wo dieser auf Thunfischfang war. Am Montag verlangte einer der Seeräuber Lösegeld für die Freilassung der 26 Besatzungsmitglieder, die zur Hälfte aus Spanien und zur anderen Hälfte aus Afrika stammen. 

Die spanische Regierung hatte am Montag einen Krisenstab eingerichtet und eine Fregatte zum Ort der Entführung geschickt. Außerdem bat die Regierung in Madrid Frankreich und die USA um Hilfe bei der Befreiung der Seeleute.

Frankreich war vor rund zehn Tagen die Befreiung der Yacht "Le Ponant" gelungen, die Anfang April von somalischen Piraten entführt worden war; sechs der Seeräuber warten nun in Paris auf ihren Prozess.