Hamburg (ots) –

Der Algebraiker Emil Artin (1898-1962) war brillant. Er vollbrachte mathematische Leistungen von Weltrang, gelang es ihm doch, gleich zwei der 23 berühmten „Hilbertschen Probleme“ zu lösen. Artins Vorlesungen begeisterten, da er komplizierteste Sachverhalte verständlich darstellen konnte. Alexander Odefey legt mit „Emil Artin. Ein musischer Mathematiker“ erstmals eine ausführliche Biographie des bedeutenden Mathematikers vor.

Odefey erzählt von einem ebenso bewegten wie wirkungsreichen Wissenschaftlerleben, außerdem stellt er die vielfältigen kulturellen Interessen Artins dar und schildert dessen Exil-Erfahrungen in den USA, die Beweggründe für seine Remigration und das Wirken seiner letzten Jahre.

Von 1922 bis 1937 lehrte Artin an der Universität Hamburg und fand sogleich nationale wie internationale Anerkennung. Seine vielfältigen Interessen und seine gewinnende Persönlichkeit erschlossen ihm zahlreiche gesellige Kontakte und Freundschaften. Doch seine Frau Natascha hatte einen jüdischen Vater, und so emigrierte die Familie 1937 in die USA. Auch dort gelang es Artin rasch, seinen hervorragenden Ruf zu mehren, er lehrte zuletzt an der Universität Princeton. Trotz der Erfolge in den USA kehrte Artin 1957 an „seine“ Universität und damit ins geliebte Hamburg und den deutschen Kulturkreis zurück – und knüpfte hier an sein vorheriges akademisches Wirken an.

Alexander Odefey, selbst Mathematiker und Musikwissenschaftler, betont: „Mit Emil Artin gehörte einer der weltweit führenden Mathematiker der Universität Hamburg an. Er machte ihr Ehre, als Wissenschaftler wie als Vermittler seiner Wissenschaft, der Algebra und Zahlentheorie. Die Emigration ins amerikanische Exil ist ihm nicht leicht gefallen. Und doch: Seine herausragenden Fähigkeiten und sein Geschick im Umgang mit Menschen brachten ihm auch an amerikanischen Universitäten höchste Anerkennung. Was für ein Glück für Hamburg, dass Emil Artin hierher zurückkam!“

Dr. Ekkehard Nümann, Präsident der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung, unterstreicht: „Unsere Biographien-Reihe widmet sich mit diesem Band einem Mathematiker, dessen Arbeit weithin ausstrahlte. Alexander Odefey hat eine facettenreiche Lebensgeschichte Emil Artins verfasst und bringt uns damit einen der prägenden Wissenschaftler der Universität Hamburg nahe. Dass Artin trotz großen Erfolgs in den USA wieder in die Hansestadt zurückkehrte, zeigt seine Verbundenheit mit dieser Stadt und ihrer Universität.“

Alexander Odefey, Emil Artin. Ein musischer Mathematiker (Wissenschaftler in Hamburg, hg. von Ekkehard Nümann für die Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung, Bd. 4), Wallstein Verlag, 312 S., 97 z.T. farb. Abb., geb., Schutzumschlag, 15,5 x 22 cm, ISBN 978-3-8353-3804-3, 26,00 Euro.

Die Reihe „Wissenschaftler in Hamburg“

Überzeugend konzipiert und kenntnisreich geschrieben – die Biographien der Reihe „Wissenschaftler in Hamburg“ schildern Werk und Leben bedeutender Persönlichkeiten, die an der Universität Hamburg und weit darüber hinaus gewirkt haben. Die Bände werden von der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung herausgegeben und erscheinen im Wallstein Verlag.

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Quelle: ots