Nach 17 Jahren im Koma war die Italienerin am Montag gestorben, das Herz blieb stehen. Wie die Ärzte jetzt herausfanden, war Dehydrierung der eigentliche Grund.

Das berichtet die spanische Zeitung "El Mundo". Der Fall Eluana beschäftigt in Spanien weiter die Gemüter. 

Aber auch im Forum melden sich erste Stimmen: "Eluana lag 19 Jahre im Koma. Das ist unmenschlich. Wenn jetzt die Geräte abgeschaltet wurden, war das zwar viel zu spät, aber menschlich.", so die Meinung von Wilhelm123. 

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In Spanien sorgt der Tod der Italienierin für eine ähnliche Polemik wie in Italien. Menschen sind für oder gegen die Sterbehilfe. Und dann gibt es noch die Ärzte, die “nur das beste” für ihre Patienten wollen. 

Wie die Online-Ausgabe von “20 minutos” berichtet, bestätigt César Caballero vom Verband für das Recht auf einen würdevollen Tod (ADMD) die Debatte: “Was Eluana gerade auslöst ist ein geradezu beschämender Fall. Er lässt eine längst abgeschlossene Diskusion wieder aufleben.”

Caballero erinnert daran, dass die Ärzte in jedem Fall einen würdevollen Tod bei Patienten mit irreversiblen Schäden garantieren können. “Das ist völlig legal, und es gibt keine ethischen Probleme”. Für ihn sei ein Koma wie das von Eluana “irreversibel”, da nur einer von 50 Millionen wieder aufwachen würde.

Ein “biologisches Testament” verhindert eventuelle Zweifel von Seiten der Ärzte. 

Lediglich die Kirche sei gegen diese Regelung: “Wir müssen selber über unser Behandlung entscheiden können, selber bestimmen, wie wir sterben. Die Kirche kann uns nicht ihr eigenes Ethikmodel aufzwängen. “

Eine ganz andere Meinung hat Alicia Latorre, Präsidentin der “Provida”-Vereine, die darauf besteht: “Euthanasie kann niemals entschuldigt werden. Man muss den Augenblick des Todes abwarten können, ohne den Menschen zu schubsen.”

Für Latorre wurde Eluana getötet. “Sie starb an Dehydrierung, nicht an ihrer Krankheit.”

Doktor Altisent, ein Experte für ethische Medizin von der Organisation OMC erklärt, die Frage sei, ob Eluanas Ernährung als Behandlung oder als Fürsorge ausgelegt werden kann. “Im ersten Fall wäre ihr Tod im legalen Bereich, im zweiten wäre es Mord”. 

Die spanische Regierung wird das Thema “Euthanasie” wahrscheinlich bis zu nächsten Legislaturperiode aufschieben. Zapatero gibt aber zu: “Es ist ein unerledigtes Thema”.

Ähnliche Fälle in Spanien

In Spanien gab es ähnliche Fälle, die seinerzeit heftige Diskussionen über Sterbehilfe in der spanischen Bevölkerung entfachten. Wohl am bekanntesten in der Fall von Ramón Sampedro, der sogar verfilmt worden ist. 

Er war der erste Spanier, der die aktive Sterbehilfe beantragt hatte, da er keine Möglichkeit sah, seinem Leben selber ein Ende zu setzen. Der an einer Tetraparalyse leidende Schriftsteller beantragte bei den Behörden Hilfe, die ihm nie erteilt wurde, denn sie war und ist auch heute noch illegal.

Ramón starb schlieβlich in seiner Wohnung in Boiro am 12. Januar 1998 an einer Zyanid-Vergiftung. Seine Freundin Ramona Maneiro hatte ihm dabei geholfen. Wenige Tage später wurde sie festgenommen, jedoch mangels Beweisen kurze Zeit später wieder freigelassen.

Sieben Jahre später, nachdem die Tat bereits verjährt war, gestand Ramona in einer Fernsehsendung ihre Beihilfe zur Verabreichung des Giftes. Sie habe die letzten Worte Ramóns auf Video aufgenommen.

2004 brachte Alejandro Amenábar Ramóns Geschichte in die Kinos der ganzen Welt. Sein “Mar Adentro” mit Javier Bardem in der Hauptrolle, der den verstorbenen Ramón Sampedro spielte, wurde mit Preisen überhäuft, darunter einem Oscar für den besten fremdsprachlichen Film und 14 Goyas. 

Video: Trailer zum Film "Mar Adentro" mit Javier Bardem in der Hauptrolle

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Video: www.youtube.com / fiber27