Edeka statt Ibiza! Deutsche werden immer häuslicher

Fakt ist aber: Die Deutschen mutieren immer mehr zu "Homern". Sie bleiben zuhause und werden knauserig. Spanien muss sich also etwas einfallen lassen.

Für das deutsche Konsumklima wenigstens endet das Jahr 2009 nicht in weihnachtlicher Harmonie. Zum dritten Mal in Folge ist die Verbraucherstimmung gesunken.

Die Botschaft dahinter ist klar: Die Deutschen fürchten sich vor wachsender Arbeitslosigkeit und halten ihr Geld zusammen.

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Bisher hat sich der Arbeitsmarkt als bemerkenswert krisenresistent erwiesen und die Voraussetzung dafür geschaffen, dass der Konsum mit einem Zuwachs von 0,5 Prozent in diesem Jahr zur Stütze der Konjunktur werden konnte.

Im europäischen Vergleich stehen die Deutschen gar nicht schlecht da. In England, Frankreich und Spanien etwa ist die Kauflaune nach Erkenntnissen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) schlechter.

Doch Konsum hat viel mit Psychologie zu tun. Wenn, wie die IG Metall befürchtet, 2010 mehrere hunderttausend Jobs in der Metall- und Elektroindustrie wegfallen sollten, so kann dies die Angst vor Arbeitslosigkeit weit über den Kreis der tatsächlich Betroffenen hinaus schüren.

Schon jetzt gibt es Warnsignale: Die Sparneigung ist zuletzt deutlich gestiegen. "Die Leute werden vorsichtiger", sagt  GfK-Chef Klaus Wübbenhorst. Im Trend ist das, was neudeutsch "Homing" heißt – also die Konzentration auf das eigene Zuhause, geleitet vom Wunsch nach Geborgenheit und einem sicheren Rückzugsort in der Krise.

Davon versprechen sich die "Homer" auch handfeste finanzielle Vorteile – es ist eben billiger, daheim zu kochen als sich im Restaurant bedienen zu lassen. "Edeka statt Ibiza" – so umschreibt Wübbenhorst diesen Trend, von dem die Anbieter rund ums Wohnen, die Lebensmittelmärkte oder die Hersteller von Unterhaltungselektronik profitieren dürften.

Für die Politik wird es nach Einschätzung der Konsumforscher in nächsten Jahr darauf ankommen, die finanzielle Belastung der Privathaushalte nicht weiter ansteigen zu lassen.

Die soeben beschlossenen Steuerentlastungen seien dafür ein wichtiges Signal, meint der GfK-Chef: Die Erhöhung des Kinderfreibetrags und des monatlichen Kindergeldes komme den Familien ebenso zugute wie die steuerliche Absetzbarkeit der Krankenversicherungsbeiträge. (SAZ, dpa)

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