Dublin erleben und irische Kultur kennenlernen

Auf dem Liffey kamen die Wikinger nach Dublin.Der Liffey teilt Dublin in der Mitte und verleiht der irischen Stadt einen idyllischen Charme. Bildquelle: adrien0 / pixabay.com

Dublin ist ein zu Unrecht unterschätztes Reiseziel in Europa. Die irische Hauptstadt bezaubert mit viel Charme und der harmonischen Verbindung aus Geschichte und Moderne. In Dublin kann man weltberühmten Whiskey probieren und alles über Leprechauns, die irischen Kobolde, informieren.

Irische Geschichte hautnah erleben

In den Dubliner Museen gibt es Geschichte zum Anfassen. Das Dublinia ist ein zeitgenössisches Museum für irische Geschichte. Die im Jahr 1993 eröffnete Ausstellung erstreckt sich über drei Stockwerke und wurde 2010 komplett überarbeitet. Die Stockwerke sind jeweils einem Thema gewidmet:

  • Der erste Stock widmet sich der Zeit der Wikinger. Man kann die Hütten der Wikinger besichtigen und sich selbst mit Helm und Schaffell als Wikinger verkleiden.
  • Die Entwicklung der irischen Hauptstadt im Mittelalter wird auf dem zweiten Stock dargestellt. Ein besonderes Highlight ist hier der Gang über einen mittelalterlichen Markt.
  • Das dritte Stockwerk widmet sich der Archäologie und Wissenschaft zur Rekonstruktion historischer Fakten. Es sind Ausgrabungsstätten nachgebildet und man kann sein im Museum erworbenes Wissen testen.

Das Museum ist ganzjährig geöffnet und schließt nur am 24. Dezember sowie am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag.

Das Dublinia ist einen Besuch wert.

Im Dublinia lernen die Besucher einen Teil der irischen Geschichte kennen, indem sie selbst Teil der Geschichte werden. Bildquelle: larahcv / pixabay.com

Neben den Wikingern und der mittelalterlichen Entwicklung lebt Dublin auch von den Erzählungen und Geschichten über die Leprechauns. Das sind die kleinen Kobolde, die ihren Pott voll Gold am Ende des Regenbogens verstecken. In Dublin gibt es ein ganzes Museum, das sich den Leprechauns widmet und in dem man sich selbst wie ein Kobold fühlen kann. Die Guides erzählen alles über die Kobolde und einiges über die irische Mythologie.

Ein Ausflug ins irische Gefängnis

Ein Gefängnis ist wohl keine typische Sehenswürdigkeit und wirkt erstmal ungewöhnlich. Das Kilmainham Gaol, wie das Gefängnis in Dublin heißt, ist allerdings definitiv einen Besuch wert. Im Jahr 1924 wurde Kilmainham geschlossen und im Jahr 1960 als komplett restauriertes Museum eröffnet. Viele der bedeutendsten Unabhängigkeitskämpfer beziehungsweise Anführer des irischen Unabhängigkeitskrieges waren hier eingesperrt. Ein Teil von ihnen wurde in dem Gefängnis hingerichtet. Heute gilt das Museum aufgrund dessen als Mahnmal für die damaligen Kämpfe und Aufstände.

Während einer Führung, die mehrmals täglich stattfindet, erkundet man sowohl den alten, als auch den neuen Trakt des Gefängnisses. Die Original-Zellen sind größtenteils erhalten und über den Zellentüren finden sich häufig Namen der geschichtsträchtigen Insassen. Die kompetenten Guides erzählen anhand dieser etwas aus der irischen Geschichte. Viele Zellen können von außen besichtigt oder sogar betreten werden. Wer Kilmainham besucht, der besichtigt außerdem nicht nur ein Gefängnis, sondern auch eine gern genutzte Filmkulisse.

Whiskey und Guinness – Irische Exportschlager aus Dublin

Sowohl das Guinness Storehouse als auch das Besucherzentrum der Jameson Distillery liegen unweit der Dubliner Innenstadt und lassen sich leicht zu Fuß erreichen. Das Guinness Storehouse bietet auf sieben Etagen ein multimediales Besucherzentrum rund um die Geschichte und Herstellung des schwarzen Bieres. Bereits seit 1759 wird Guinness in Dublin gebraut, die Besucher erfahren alles über die Entstehungsgeschichte, alte Werbeformen und frühere Vertriebswege. Nach der Tour kann sich jeder Besucher sein eigenes Guinness zapfen und den Ausblick über Dublin genießen.

Das Guinness Storehouse steht in Dublin.

Im Guinness Storehouse in Dublin kann man auf sieben Stockwerken alles über das schwarze Bier erfahren. Bildquelle: disneygirl0618 / pixabay.com

Auch die Old Jameson Distillery setzt auf moderne Technik, um die Geschichte der Whiskey-Destille zu erzählen. Nach der Geschichte der Entstehung erfahren die Besucher alles über die Herstellung des Whiskeys. Abschließend folgt eine vergleichende Whiskeyprobe, bei der irischer, schottischer und amerikanischer Whiskey verkostet werden. Nach dem Tasting können die Besucher noch einen Whiskey-Cocktail an der Jameson-Bar genießen.

Eine Auszeit vom Großstadt-Feeling

Dublin ist eine lebendige Stadt, in der immer etwas los ist. Wer sich vom Großstadt-Feeling erholen und ich eine Auszeit gönnen möchte, der hat in der irischen Hauptstadt viele Möglichkeiten dies zu tun. Zwei Parks bieten sich besonders an, um die Seele baumeln zu lassen. St. Stephens Green zum Beispiel, der Park trägt den gleichen Namen wie das nahe gelegene Shoppingcenter. Auf neun Hektar lassen sich bei einem Spaziergang in der grünen Oase einige sehenswerte Gebäude und Bauwerke betrachten.

Neben dem St. Stephens Green sollte man unbedingt den Phoenix Park besuchen. Das ist der Stadtpark Dublins und er eignet sich nicht nur für eine Auszeit, zum Beispiel bei Tee und Scones im kleinen Café des Parks. Der weitläufige Park erstreckt sich über beinahe 700 Hektar und ist rund um die Uhr kostenfrei geöffnet. Im Park selbst kann man diverse historische Bauwerke besichtigen, darunter Ashtown Castle, das älteste Gebäude des Phoenix Park oder die Befestigungsanlage Magazine Fort. Zudem leben im Park freilaufende Rehe und Hirsche.

Angrenzend an den Park findet man den Dublin Zoo, den größten Zoo in der Republik Irland. Er ist das zu Hause von rund 400 Tieren der verschiedensten Arten. Neben den vielen Tieren bietet der Zoo spezielle Führungen für Kleinkinder und andere tolle Veranstaltungen, die regelmäßig oder einmalig stattfinden. Natürlich gibt es auch tägliche Fütterungen zu sehen, zum Beispiel die der asiatischen Löwen, Giraffen, Gorillas oder Seelöwen.

Eine Fahrt auf der Liffey genießen

Der Liffey River ist der Fluss, auf dem die Wikinger vor mehr als 1000 Jahren nach Dublin kamen. Er teilt die Stadt mehr oder weniger genau in der Mitte, weswegen eine Fahrt auf dem Liffey einen schönen Blick über die Stadt bietet. Auf dem Schiff erzählt ein Guide Wissenswertes zur Stadt und ihrer Geschichte, zum Beispiel der raschen Entwicklung Dublins im 18. und 19. Jahrhundert. Auch der Verfall sowie die Neugestaltung der Dublin Docklands in den 90er Jahren sind Thema der Fahrt auf dem Fluss.

Trinity College und St. Patricks Cathedral

Das Trinity College ist nicht nur die älteste Universität der Republik Irland, sondern auch weltweit eine der ältesten Universitäten. Sie wurde im Jahr 1732 erbaut und ist heutzutage vor allem wegen des Book of Kells bekannt. Das ist eine handgeschriebene Bibel aus dem frühen neunten Jahrhundert, die in der Bibliothek des Trinity Colleges ausgestellt wird. Die Bibel hat unter anderem aufgrund ihrer farbigen Illustrationen Berühmtheit erlangt. Neben dem Book of Kells kann auch die Ausstellung zur Entstehungsgeschichte der Bibel besichtigt werden. Ebenfalls sehenswert ist der Long Room, der über 200.000 der wertvollsten Bücher der Universitätsbibliothek enthält.

In Dublin lässt sich die größte Kirche Irlands besichtigen, die St. Patricks Cathedral. Die 1191 erbaute Kirche ist ganze 91 Meter lang und grenzt an einen gleichnamigen Park. Ursprünglich stand auf dem Gelände der heutigen St. Patricks Cathedral eine kleine Kapelle aus Holz. Mit dem Wasser der Quelle, die sich neben der Holzkapelle befand, soll der Heilige Patrick um das Jahr 450 bekehrte Christen getauft haben. Die 1860 umfassend sanierte St-. Patricks Cathedral ist eines der Wahrzeichen der Stadt und nicht nur von außen beeindruckend. Im Inneren der Kirche kann man das Grabmal der Familie Boyle sehe, das sich über ganze vier Stockwerke erstreckt. Zudem ist hier der einstige Dekan und Schriftsteller Jonathan Swift begraben, der unter anderem Gullivers Reisen verfasste.

Bildquellen:

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