Doppelnamen in Spanien: “Bald fangen alle mit A an”

Die bisherige Tradition, wonach der Name des Vaters bei der Auswahl des Nachnamens für ein Kind Vorrang hatte, soll bald der Vergangenheit angehören.

Dies sieht eine Reform vor, die seit Donnerstag im spanischen Parlament erörtert wird. Spanier haben normalerweise zwei Familiennamen, einen vom Vater und einen von der Mutter. Der erste Name ist in der Regel der wichtigere, denn er wird an die Kinder weitergegeben.

Nach der bisherigen Regelung erhielten Neugeborene üblicherweise als ersten Nachnamen den des Vaters. Nur wenn die Eltern ausdrücklich darauf bestehen, kann die Reihenfolge umgekehrt werden. Nach der Reform soll künftig das Alphabet darüber entscheiden, ob der Nachname des Vaters oder der Mutter Vorrang hat.

Experten wiesen allerdings darauf hin, dass diese Regelung den Nachteil habe, dass in Spanien auf Dauer die Familiennamen überwiegen werden, die mit Buchstaben aus der ersten Hälfte des Alphabets beginnen.

Die Reform sieht außerdem die Abschaffung des Familienstammbuchs vor. Zudem sollen die Dateien der Standesämter künftig keine Hinweise mehr darauf erhalten, ob Kinder ehelich oder unehelich sind.

Die Neuregelung lässt offen, ob alleinstehende Mütter bei der Eintragung eines Kindes in das Melderegister auch in Zukunft angeben müssen, wer der Vater ist. Die betroffenen Frauen helfen sich nach Angaben der Zeitung El País bisher in der Regel damit, dass sie bei der Frage nach dem Vater einen frei erfundenen Namen angeben.(SAZ, dpa; Foto: Wikipedia)

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