Die Fiesta ist vorbei: Spanien schnallt den Gürtel enger

Nach den zurückliegenden Jahren des spanischen Wirtschaftswunders ist für Spanien voerst "Siesta" angesagt. 

In Anbetracht der Arbeitslosenzahlen sieht es wirklich so aus, als sei Schluss mit Lustig: Die Zahl der Arbeitslosen ist derzeit auf 2,4 Millionen gestiegen und übertrifft damit schon die Höchstmarke der letzten Wirtschaftsflaute Anfang der neunziger Jahre.

Mit dem Immobiliensektor fing alles an

Die Zahl der Beschäftigungslosen steigt seit rund einem Jahr konstant an. Im Jahresvergleich schlug sich die Schwächung der Wirtschaftsaktivität, angetrieben durch den Baustopp im Immobiliensektor, in der Arbeitslosenstatistik mit einem Zuwachs von 456.578 zusätzlichen arbeitslosen Personen nieder, das heißt,  23,1% mehr als in 2007.

Die Industrie kann die überschüssigen Arbeitskräfte des Immobiliensektors nicht auffangen. Tatsächlich wurden von ihr im letzten Jahr über 40.000 Personen in die Arbeitslosigkeit entlassen, was einen Anstieg von 15,2% bedeutet.

Die Überrschung – der Dienstleistungssektor

Was aber noch viel mehr überrascht, ist der starke Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dienstleistungssektor – 18,9% mehr als im Vorjahr. Wirklich besorgniserregend ist daran, dass die Arbeitslosigkeit im Juli damit einen Sektor getroffen hat, der sich aufgrund des Tourismusgewerbes in dieser Jahreszeit eigentlich anders entwickeln sollte.

Die Probleme am Arbeitsmarkt spiegeln sich auch in der sinkenden Zahl der Sozialversicherten wieder. Im Juli sank die Anzahl der Beitragszahler um 0,57%, was einen Verlust von 109.227 Mitgliedern mittlerer Beitragshöhe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum darstellt.

Um den Arbeitsmarkt wieder anzukurbeln, scheint eine umfassende Flexibilisierung des Arbeitsrechts unumgänglich.

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