Derby zum Vergessen: Barça wirft resigniert Liga weg

Vor einem knappen Jahr feierten 100.000 Barça-Fans im Camp Nou bereits den Titel der Primera División, als Raúl Tamudo kurz vor Schluss das 2-2 erzielte. Meister wurde dann Real Madrid.

Auf Tore und Emotionen warteten die Zuschauer beim Derby am Samstag vergeblich. Von Espanyol waren sie nicht zu erwarten, das Team von Trainer Ernesto Valverde kickt nach einer verheerenden Rückrunde ohne Ambitionen im Mittelfeld der Liga und kam mit der „Empfehlung“ von vier torlosen Niederlagen in Folge. Die Fans verlangten „Kampf, Stolz und Einsatz“, Espanyol mühte sich und hielt gegen den klar überlegenen FC Barcelona ein 0-0. Valverde zufrieden: „Ein gutes Ergebnis, das uns wieder Mut geben wird.“

Bei Barça lag die Sache anders, schließlich geht es offiziell noch um die Meisterschaft und darum, eine Demütigung zu vermeiden. Denn sollte Real Madrid vor dem Spiel gegen Barcelona am 7. Mai bereits als Meister feststehen, müssten die Katalanen den Königlichen im Bernabéu-Stadion mit einem Spalier huldigen. „Man muss an Wunder glauben, dann können sie auch geschehen“, gab Trainer Frank Rijkaard vor dem Spiel die Losung aus, und Lionel Messi, der nach wochenlanger Verletzung sein Comeback in Camp Nou geben sollte, erklärte: „Das Derby ist kein Spiel wie jedes andere und schon gar kein Aufwärmen für die Champions League."

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Genau das wurde es dann aber doch, denn ausgerechnet Messi blieb wie Andrés Iniesta zu Beginn des Spiels draußen. Auch Thierry Henry saß nur auf der Bank – mit Fieber, wie Rijkaard erklärte. Das Spiel blieb ohne Höhepunkte, allein Schiedsrichter Pérez Lasa verbreitete Derby-Atmosphäre und zeigte in der fair geführten Partie am Ende 14 gelbe Karten.

Erst mit Iniesta und dem auf Anhieb überragenden Messi kam in der zweiten Hälfte Schwung ins Spiel, aber vor allem Etoo ließ erneut seinen „Killerinstinkt“ vermissen, und auch Shooting-Star Bojan agierte in seinem ersten Heimderby glücklos. Kommentar Rijkaard: „Wir haben alles gegeben, aber das Tor nicht gemacht. Wir hatten Pech.“

Schließlich durfte auch noch Rafael Márquez für Carles Puyol aufs Feld, der Mexikaner soll gegen ManU den gesperrten Kapitän von Anfang an ersetzen. So redete Rijkaard nach dem enttäuschenden 0-0 nicht mehr um den heißen Brei: „Ich wollte Messi, Iniesta und Márquez Spielpraxis geben. Ich hätte gerne auch Deco spielen lassen.“

Am Ende ließen sich nur noch wenige Fans zu Unmutsäußerungen hinreißen – beim letzten torlosen Heimspiel gegen Getafe war Camp Nou noch in weiße Tücher und Papierfetzen gehüllt. Die Mehrheit der Zuschauer hatte schweigend resigniert: Barça wird wohl in der Meisterschaft mit Villareal um Platz zwei kämpfen müssen.

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(Foto: Marca)