Derbe Maddie-Witze in Titanic – Polizei sucht ein Wunder

Das Blatt macht sich über die werbeintensive Suchaktion nach Maddie lustig und fingiert in seiner aktuellen Ausgabe zahlreiche Werbemittel, die mit Maddie Geld machen wollen. Wörtlich heißt es: „Dir irren Pläne des namhaften Lebensmittel-Discounters an Ihrer Ecke, dessen Namen wir nicht nennen dürfen, sonst sind wir dran!“

So wurde die berühmte „Maggie“-Würze in „Maddie“-Würze umgetauft, auf der Packung von „Brandt“-Zwieback prangt das Foto von Maddie, und auch auf der „Kinder-Schokolade“ wird mit Maddie geworben – „ein Cent pro Tafel geht an Interpol“. Ein Werbespruch lautet: „Auch in Ihrem Supermarkt ist eine MADDIE versteckt.“

McCann-Sprecher Mitchel bezeichnete die Aktion als „außerst verletzend“. Titanic-Chefredakteur Oliver Nagel sagte, die Aktion sei „nur für das deutsche Publikum erdacht worden, man wollte damit keinesfalls die Eltern Maddies verletzen.“ Der Artikel wolle den Medienrummel um die verschwundene Maddie lächerlich machen, keinesfalls das Mädchen selbst, so Nagel.

Polizei: „Nur ein Wunder kann Maddies Eltern überführen“ 

Der Polizei gehen im Fall Maddie langsam aber sicher die Ideen aus. Staatsanwalt Jose Magalhaes ließ nun verkünden, dass Maddies Eltern erst dann neuen Verhören ausgesetzt würden, wenn die Polizei stärkere Indizien gegen sie vorbringen könnte. Die englische Presse berichtet von Polizisten, die hinter den Kulissen davon sprachen, dass es schon „ein Wunder bräuchte, um die McCanns zu überführen“.

Zu viele Spuren und mögliche Beweise sind mittlerweile verloren oder vernichtet. So hatte man versäumt, das Zimmer, aus dem Maddie möglicherweise entführt wurd, zu versiegeln. Der Entführer hätte also jederzeit in den Raum zurückkehren können, um eventuelle Beweise zu entfernen.

McCann-Sprecher: „Es ist eine Schande, sie haben nichts in der Hand“

Der Sprecher von Kate und Gerry McCann, Clarence Mitchell forderte umgehend, dass die McCanns von der Liste der Tatverdächtigen gestrichen werden sollten. „Kate und Gerry sind erfreut über die Entscheidung des Staatsanwalts. Es ist eine Schande, dass sie so lange unter Verdacht standen, ohne schlüssige Beweise. Und jetzt gibt die Polizei zu, dass sie nichts in der Hand hat.“

Noch immer wartet die Polizei auf die Ergebnisse forensicher Untersuchungen im englischen Birmingham, erwartet aber nach ersten Proben offenbar keine schlüssigen Ergebnisse mehr. Eigentlich hatte man sich von diesen Untersuchungen eine Klärung des Falles erhofft.

Ursprünglich sollten die McCanns erneut verhört werden, und zwar in England, in Anwesenheit der portugiesischen Polizei. Dies scheint sich nun zu verzögern – oder ganz zu entfallen.