Dax marschiert nach oben: Krim-Krise vorbei, Spanien nicht so wichtig! “Mit Rückenwind in den April”

In der kommenden Woche sehen Beobachter mit dem April-Anfang die Chance auf Rekordstände im deutschen Leitindex – wenn die Bedingungen stimmen. Unterstützung könnte von der Europäischen Zentralbank (EZB) und vom amerikanischen Arbeitsmarkt kommen. Am Freitag gewann der Dax 1,44 Prozent auf 9587,19 Punkte. Auf Wochensicht hat der deutsche Leitindex um 2,61 Prozent zugelegt.

Jeder Kursrücksetzer werde von Investoren schon seit längerer Zeit als Einstiegsmöglichkeit wahrgenommen, sagte Marktbeobachter Daniel Saurenz vom Analysehaus Feingold Research. Die 10 000 Punkte seien für den Dax nicht mehr weit. «Mit Rückenwind von der Konjunkturseite und passablen Aktienbewertungen in Europa könnte er dieses Ziel schon vor Ostern anpeilen», meinte Saurenz.

Ein entscheidendes Wort mitreden dürfte dabei EZB-Präsident Mario Draghi am kommenden Donnerstag. Spanien war im März in die Deflation gerutscht, auch in Deutschland hatte sich die Teuerung abgeschwächt. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die EZB nun weitere stützende Maßnahmen ergreift, ist damit laut Experten gestiegen. Noch billigeres Geld von der EZB würde nach Ansicht von Händlern auch die Aktienkurse weiter nach oben treiben.

Neben der EZB rückt auch wieder der amerikanische Arbeitsmarkt in den Fokus. Am Donnerstag stehen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf der Agenda. HSBC-Experte Thomas Amend erwartet, dass sich die zuletzt stark vom strengen US-Winter beeinflussten Daten wieder normalisieren dürften.

Als weitere wichtige Daten dürften sich Anleger für Dienstag noch die chinesischen und europäischen Einkaufsmanagerindizes sowie die deutschen Arbeitslosenzahlen vermerkt haben. Von Unternehmensseite präsentieren am Montag Firmen aus der zweiten Reihe endgültige Geschäftszahlen. Das sind QSC aus dem TecDax sowie Wacker Neuson und Grammer aus dem SDax.

In den Bilanzen deutscher Unternehmen schlummern für die meisten Beobachter auch die größten Risiken für mittelfristig weitere Kursgewinne am deutschen Aktienmarkt. Die weiter sinkenden Gewinnerwartungen am Markt dämpften das Aufwärtspotenzial für die Kurse, sind sich Experten von Commerzbank und Helaba einig.