Das Geschäft mit Marihuana ist ein boomender Markt

Im Bundesstaat Colorado sind seit Anfang des Jahres der Anbau, Handel und Konsum von Cannabis rechtskräftig erlaubt, was seitdem die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung des Staates nachhaltig prägt, sich aber auch auf die globalen Märkte auswirkt. Aktien von Unternehmen, die in unterschiedlicher Weise in die Produktion oder den Handel von Cannabis involviert sind, finden reißenden Absatz. Kursgewinne von mehr als 100% sind keine Seltenheit, die ganz großen Gewinner liegen bei einer Steigerung von 400 oder gar 1700%. Die Euphorie ist groß und sollte genutzt werden, solange Colorado einen singulären Status besitzt. Das weiß auch Matt Brown, Marihuana-Patient und Initiator sogenannter Marihuana-Fahrten. Unter dem Namen My 420 Tours werden Bus-Touren zu den wichtigsten Cannabis-Hot-Spots des Staates angeboten. Und Colorado scheint mit seiner von Nationalparks und den Rocky Mountains geprägten geographischen Lage der ideale Ort zu sein, um die neue Freiheit  auch im Tourismus-Sektor zu nutzen. Das Fremdenverkehrsamt von Colorado scheint hingegen weniger angetan von den Führungen, will man doch vermeiden, mit Cannabis offensiv Werbung für den Staat zu machen. Doch davon lässt sich Matt Brown nicht beirren und bietet seinen Tour-Teilnehmern interessante Einblicke in die Produktion von Gerätschaften zum Cannabis-Konsum, besucht Anbauer und Verkaufsstellen. Darüber hinaus werden Kochkurse und Workshops rund um das Thema Marihuana angeboten.

Der Handel kommt kaum hinterher

Die Marihuana-Nachfrage in Colorado ist groß und eine Abschwächung des Interesses ist bisher nicht in Sicht. Obwohl die Zahl der Geschäfte, die eine Lizenz zum Cannabis-Verkauf erworben haben, stetig wächst, sind die rauchbaren Blüten und verschiedene Produkte mit Wirkstoffen der Pflanze wie Riegel, Kekse oder Säfte oft vergriffen. Und der Staat verdient kräftig mit. Von den 400$, die eine Unze (ca. 28 Gramm) Cannabis kostet, werden 60$ an Steuern erhoben. Da lohnt es sich weiter in den Ausbau von Aufzuchtstationen zu investieren. Diese haben jedoch nichts gemein mit dem Bild einer alternativen, naturbelassenen Plantage von Ökobauern. Auch bei Cannabis ist die moderne technische Entwicklung angekommen und lässt die Pflanzen in riesigen Lagerhallen unter Neonlicht in einer vornehmlich sterilen Umgebung gedeihen, was angesichts der Vielzahl an Sorten mit unterschiedlichen Wirkungsgraden, die es zu trennen gilt, erforderlich scheint. Leichter geht es mit selbst-blühenden Samen, die auch ohne verschiedene Lichtzyklen oder die Trennung der männlichen von den weiblichen Pflanzen auskommen und eine häufige und ertragreiche Ernte versprechen. Reichlich Potenzial also, um die wachsende Nachfrage zu stillen und den privaten Anbau zu Hause, der in Colorado bis zu einer Zahl von sechs Pflanzen gestattet ist, mit einfachen Mitteln zu ermöglichen. Die Branche bedankt sich und wächst munter weiter.