Denn nachdem die Spieler beider Teams mit Schlägereien, Rudelbildungen, verbalen Ausrastern, Schwalben, der Simulation von Tätlichkeiten und Tritten auffielen, werden die Clubs sich nun auch offiziell gegenseitig verklagen.

Ziel ist wohl, dass die Welt noch länger über die „Nacht der Schande“ des spanischen Fußballs spricht, wie die englische Presse das Halbfinale der Champions League taufte.

Erst legte Barca los und kündigte an, Reals Trainer José Mourinho anzuzeigen. Er hatte in einer denkwürdigen Pressekonferenz angedeutet, dass der FC Barcelona in der Lage sei, Spiele zu seinen Gunsten manipulieren zu lassen. „Sie haben diese Macht“, versicherte der Coach. Dies könne daran liegen, dass die Katalanen das UN-Kinderhilfswerk Unicef unterstützten, einen guten Draht zum spanischen UEFA-Vizepräsidenten Angel María Villar hätten, „oder einfach sympathischer“ seien.

Mourinho fuhr auch Barça-Trainer Josep Guardiola an: „Ich würde mich schämen, so zu gewinnen.“ Schon dessen Champions-League-Titel 2009 sei bloß auf Begünstigungen durch die Schiedsrichter zurückzuführen gewesen.

Real Madrid konterte schließlich und wird Barca wegen unsportlichen Verhaltens verklagen: „Die Spieler des FC Barcelona haben pausenlos Verletzungen simuliert, um den Schiedsrichter zu Fehlern zu zwingen. Das führte letztlich zur ungerechtfertigen Hinausstellung von Pepe.“