Cristiano Ronaldo und Iker Casillas: Fußball-Flucht aus der Krise! “Siege machen Mut”

Weg mit dem Finanzfrust! In der Heimat ächzt die Bevölkerung unter der Schuldenkrise. Auf der Fußball-Bühne in Polen und der Ukraine wollen die fünf Euro-Sorgenkinder ihren Fans Courage schenken. Für Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano steht fest: «Siege machen den Ländern in schwierigen Zeiten Mut.»

Und wenn es nach der Riege der europäischen Problemfälle geht – Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien (PIIGS) -, stehen die großen Favoriten auf den EM-Titel schon lange fest.

2004 feierte Griechenland sensationell den EM-Titel. Das war aber lange bevor Hellas Hilfspakete in Milliardenhöhe brauchte. 2008 holte sich Spanien, in dem die ökonomische Säule Bauwirtschaft mittlerweile weggebrochen ist, die höchste kontinentale Trophäe. Und 2012? Schlagen Irland, Portugal oder Italien zu?

Die Kicker aus dem Schuldenland Griechenland wissen um die Bedeutung ihrer Auftritte. «Die Menschen sollen das Gefühl haben, dass wir uns zu 100 Prozent für sie einsetzen, damit sie Spaß haben», sagte ihr portugiesischer Nationaltrainer Fernando Santos. Kapitän Georgios Karagounis pflichtete ihm bei: «Die schwierigen Momente, durch die Griechenland geht, sind ein zusätzlicher Faktor für uns, um den Griechen Freude zu bereiten.»

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Um die Wirkung des Spiels als Ablenkung vom bitteren Alltag weiß auch La-Roja-Keeper Iker Casillas. «Ich glaube, dass dank unserer Erfolge der Fußball ein bisschen eine Flucht war. Für uns bedeutet das nicht mehr Druck, auch wenn wir natürlich eine möglichst würdige EM spielen wollen», sagte der Real-Madrid-Profi. Italiens Keeper Gianluigi Buffon befand nach dem berauschenden 1:1 gegen Spanien: «Wir haben unserem Land ein wichtiges Signal gegeben.»

Vor allem das Deutschland-Spiel (0:1) hatte Portugal als eine Aufgabe von nationaler Tragweite begriffen. Viele Fans und Medien im Land der Selecção wollten Rache für die harten Sparmaßnahmen, für die vor allem Deutschland verantwortlich gemacht werden. «Im Fußball wird anders abgerechnet als in der Wirtschaft: Lasst uns Deutschland aus der Euro werfen», titelte die portugiesische Sportzeitung «A Bola» am Samstag groß auf Seite eins.

Die seriöse konservative Wochenzeitung «Expresso» schrieb in der Onlineausgabe, ein Sieg über Deutschland könne so etwas wie «die befreiende Katharsis für alle Erniedrigungen» gegen das Team von Kanzlerin Angela Merkel sein. Daraus wurde aber nichts.

Am internationalen Finanztropf hängt seit 2010 auch Irland. Unter dem italienischen Trainer Giovanni Trapattoni wollen die «Boys In Green» mehr als nur Schadensbegrenzung betreiben. Einen Seitenhieb auf die Kanzlerin konnten sich einige zur EM gereiste Fans nicht verkneifen. Sie ließen sich mit einem Banner ablichten, auf dem geschrieben stand: «Angela Merkel Thinks We’re At Work» (Angela Merkel glaubt, wir sind bei der Arbeit).