Cristiano Ronaldo: Null-Shooter gegen Arbeloa, Messi, Almeria! “Hier spielt CR7, nicht Real Madrid”

Der Gipfel seiner Ego-Show fand dabei nach dem dritten Tor statt, Alvaro Arbeloa hatte eine Vorlage von Chicharito ins Tor gedrückt. Wutentbrannt knallte Ronaldo danach den Ball noch einmal ins Netz – der Portugiese war offensichtlich sauer, weil ihm Arbeloa den Ball vor der Nase weggeschnappt hatte. Der freute sich wie ein Kind über sein erstes Ligator. Die Message Ronaldos war eindeutig: Statt sich mitzufreuen, schaute er missmutig in die Welt. Seine Botschaft: Ich spiele hier nicht für das Team, sondern ganz allein auf eigene Rechnung.

Danach pfiff das Publikum im Stadion Bernabeu Ronaldo aus, weil er einen guten Konter mit einem schwachen Schuss abschloss, anstatt den besser postierten Chicharito zu bedienen.

Arbeloa erklärte nach dem Spiel: “Ich habe die Szene mit Ronaldo gesehen, aber mich stören seine Gesten nicht. Das Publikum sollte sich also auch nicht daran stören. Das macht eben Cristiano aus, dass er immer treffen will, deshalb ist er doch die Nummer eins.”

Alle spielen für CR7

Als wenn es so einfach wäre. Statt nach dem 3-0 einen Gang herunter zu schalten spielte Real weiter, als ginge es um Leben oder Tod. Dabei haben die Königlichen am Samstag vielleicht das Spiel des Jahres vor der Nase, in der Liga geht es beim FC Sevilla um die Liga. Die Andalusier haben seit über einem Jahr nicht mehr zuhause verloren. Real muss aber gewinnen, um Barca vielleicht doch noch zu überholen.

Schonen aber war nicht drin, Ronaldo wollte ja noch ein Tor schießen – und da müssen offensichtlich alle mithelfen. Allerdings vergeblich. Am Ende verließ Ronaldo als erster Spieler überhaupt den Rasen, ging wort- und grußlos in die Kabine. Sein Tag war versaut. Sieg hin, Sieg her.

Eigentor macht Ronaldo sauer

Schon beim 2-0 war dem Portugiesen ein Tor “geklaut” worden, eine Vorlage von Toni Kroos drückte nicht Ronaldo ins Tor, sondern ein Spieler Almerias. Und als der Stadionsprecher Cristiano als Torschütze verkündete, winkte der abwehrend und genervt mit dem Finger.

Unterm Strich hat Ronaldo jetzt schon drei Spiele in Serie nicht getroffen, in den letzten fünf Spielen gab es nur ein Tor – auf Vorlage von Chicharito in der Nachspielzeit gegen Malaga. Und Barcas Leo Messi ist nach seinem Doppelpack gegen Getafe jetzt in der Torjägerliste wieder auf ein Tor an Cristiano heran. Ronaldo kommt auf 39 Tore, Messi auf 38. Und am Samstag kickt Barca gegen das Schlusslicht Cordoba. Weitere Tore sind da programmiert. Ronaldo wird es in Sevilla eher schwer haben. Vor allem, wenn er weiter auf seinem Ego-Trip bleibt.

Ancelotti zufrieden, auch ohne Tore

Auf die Frage, ob sich die Wut Cristianos über ausbleibende Tore nicht irgendwann einmal negativ auf das Spiel Reals auswirken könnte, wiegelte Trainer Carlo Ancelotti ab: “Selbst wenn Cristiano kein Tor mehr in dieser Saison schießt, bin ich mit ihm zufrieden. Er hat schon 50 Tore in dieser Spielzeit gemacht, einen solchen Fußballer habe ich noch nie in meiner Laufbahn trainiert.”

Eine Pause hält Ancelotti im Fall Ronaldo nicht für nötig, auch keine kreative Pause: “Er ist sehr gut in Form, kein bisschen müde, einfach nur topfit. Er hat heute keine Tore geschossen, aber sehr gut für das Team gearbeitet. Am Samstag in Sevilla kann er wieder jubeln.”