Cristiano Ronado: Häme aus Madrid, Messi-Rufe aus Österreich! “Morata ist der Superstar”

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Spott und Häme. Hat Cristiano Ronaldo das verdient? Vor allem aber: Was ist in die Presse in Madrid gefahren, die ansonsten Goldene Bälle für den Star Real Madrids fordert, weil es angeblich auf dieser Welt keinen Besseren gibt als CR7?

Fakt ist, dass Ronaldo beim 0-0 gegen Österreich keine schlechte Leistung zeigte, einen schönen Linksschuss ansetzte, den Ösi-Keeper Almer glänzend parierte. Danach setzte Ronaldo einen an ihm selbst verschuldeten Foulelfer an den Pfosten, leitete viele Angriffe mit guter Ballbehandlung und Übersicht selbst ein, ein Kopfballtor wurde wegen Abseits nicht gewertet. Ronaldo war nach dem Spiel nicht einmal schlecht gelaunt, machte Selfies mit einem Fan, der auf den Rasen rannte. Dass die Ösi-Fans provokativ “Messi, Messi” riefen? Folklore. Und nicht einmal neu, solche Rufe sind in Spanien schon seit Jahren wieder aus der Mode.

Dass die Zeitung “Sport” aus Barcelona kein gutes Haar an Ronaldo lässt, scheint klar. Aber selbst der Zeitung “Marca” aus Madrid, ansonsten dankbar für jedes Wort, das der Star aus Portugal in die Redaktion purzeln lässt, fällt nichts Schlaueres ein als die Titelzeile: “Nicht mal per Elfmeter!”

20 Schüsse, mehr als ganz Österreich oder Wales … aber kein Tor

Dass der aktuell in höchsten Tönen in den Himmel gehobene Alvaro Morata zuletzt für Spanien aus klarer Abseitsposition traf? Kein Wort davon bei Marca. Stattdessen erwähnt das Blatt die 20 Torschüsse, die CR7 bislang für Portugal auf die Tore von Österreich und Island los ließ. Je zehn gegen Island und Österreich. Weil keiner davon rein ging. Und das eben gut ist. Für Spanien. Was so ein Trikotwechsel nicht alles verändern kann. Kommentar der Marca: “Diese Quote ist eines Cristiano Ronaldo unwürdig, es ist nicht normal, dass ein Spieler wie Ronaldo in zwanzig Versuchen nicht einen einzigen Ball ins Tor bringt.” Dabei schoss Ronaldo alleine öfter aufs Tor als Österreich (18) oder auch Wales (19) im ganzen Turnier.

Im Spiel selbst gelang es den Österreichern mit Kampf und vielen harten Fouls, das Remis zu retten. Fakt ist aber auch, dass Foulspezialisten wie Fuchs in jedem normalen Ligaspiel keine halbe Stunde auf dem Rasen gestanden hätten. Aber die wie Kai aus der Kiste gefallene überharte Spielart, die die UEFA bei dieser Euro 2016 offenbar nicht nur toleriert, sondern sogar fordert, machte es möglich, dass Fuchs (und andere Ösi-Spieler trotz einiger Tritte gegen die Knie und Knöchel ihrer Gegner) nur gelbe Karten sahen – Fuchs erst nach 60 Minuten Spielzeit. Der italienische Schiri Nicola Rizzoli schaute meistens weg. Oder ja vielleicht sogar innerlich lachend genau hin. Konsequenzen hatte die Treterei der Österreicher jedenfalls keine, die Alpenrabauken, die genau einen Ball aufs Tor der Portugiesen schossen, beendeten das Spiel mit elf Mann – und einem Punkt.

Ronaldo bleibt nur ein kleiner Trost. Er ist mit jetzt 128 Länderspielen alleiniger Rekordhalter in Portugal, bislang teilte er sich diese Ehre mit Luis Figo, der in seiner Karriere einst auf 127 Länderspiele kam. Mit 58 Toren ist Ronaldo außerdem Rekordtorjäger Portugals. Jetzt muss er nur noch wenigstens ein Tor bei dieser Euro schießen – er hätte dann in vier Europameisterschaften in Serie getroffen. Auch das wäre nicht schlecht. Vielleicht sogar für seine sonstige Haus-Zeitung Marca …

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