Costa Concordia: Spanier aus Mallorca tot, sieben vermisste Deutsche

Bei dem toten Spanier handelt es sich um Guillermo Gual aus Palma de Mallorca. Er wurde 68 Jahre alt.

Mindestens 14 Menschen werden noch vermisst. Darunter sind mindestens sieben Deutsche – drei Frauen und zwei Männer aus Hessen sowie zwei Frauen aus Baden-Württemberg.

Das Schiff ist am Freitagabend mit mehr als 4200 Menschen an Bord nahe der Insel Giglio vor der toskanischen Küste gegen einen Felsen gelaufen, leckgeschlagen und schließlich auf die Seite gekippt. Gegen den festgenommenen Kapitän der «Costa Concordia» werden schwere Vorwürfe erhoben. Francesco Schettino soll das Schiff zu dicht an die Küste der Insel gelenkt haben.

Am Sonntagabend gingen auch die Eigner des Schiffes auf Distanz: Schweres menschliches Versagen seitens des Kapitäns könnte zur der Havarie geführt haben, hieß es in einer Erklärung der Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere. «Es scheint, dass der Kommandant Beurteilungsfehler gemacht hat, die schwerste Folgen gehabt haben», teilte das in Genua ansässige Unternehmen mit.

«Die Route des Schiffs führte offenbar zu nahe an der Küste vorbei, wobei sich die Einschätzung des Kapitäns für einen Notfall nicht mit den von Costa vorgegebenen Standards deckte», hieß es weiter. Der Kapitän sei 2002 als Sicherheitsoffizier zu Costa gekommen und 2006 zum Kapitän ernannt worden. «Wie alle Costa Schiffsführer absolvierte er regelmäßige Trainings.»

Die Reederei hob in ihrer Erklärung die Leistung der Besatzung bei der Rettung der Menschen von Bord der «Costa Concordia» hervor. Die Mannschaft habe «tapfer und zügig dabei geholfen, mehr als 4000 Personen in einer sehr schwierigen Situation in Sicherheit zu bringen», hieß es. Dagegen hatten Passagiere von chaotischen Szenen berichtet und über unzureichende Sicherheitsausrüstung geklagt.

Medienberichten zufolge soll der Kapitän mehrfach von der Küstenwache aufgefordert worden sein, wieder an Bord zu gehen, um die Evakuierung seines Schiffes zu koordinieren. Dies habe er jedoch nicht getan. Auch einen «SOS»-Ruf soll es nicht gegeben haben.

Einzelheiten zum Hergang des Unglücks erhofft man sich von der Auswertung der Blackbox des Schiffes, die ähnlich wie in Flugzeugen Kommunikation auf der Brücke und Steuerbefehle aufzeichnet.