Mainz (ots) – Auch pflegende Angehörige können sich nun gegen Covid-19 impfen lassen. Unter anderem in Rheinland-Pfalz und Hessen beginnt die Terminvergabe für die zweite Impfgruppe schon im März.

Die Impfkampagne gegen das Coronavirus schreitet weiter voran. Nun kann bereits ein Impfangebot für die zweite Prioritätsgruppe gemacht werden, zu der auch Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen zählen, die nicht stationär gepflegt werden.

Was laut Impfverordnung jetzt für die häusliche Pflege gilt, hat der Verband Pflegehilfe (https://www.pflegehilfe.org/) zusammengefasst:

– Mit Beginn der Terminvergabe in Gruppe 2 können Pflegebedürftige ab 70 Jahren ein Impfangebot erhalten.
– Ebenfalls in Gruppe 2 berücksichtigt werden Personen mit Demenz, anderen schweren Erkrankungen oder einer ärztlichen Empfehlung.
– Pflegebedürftige, die zu Hause gepflegt werden, dürfen bis zu zwei nahe Kontaktpersonen benennen. Der Pflegebedürftige selbst muss dabei die Kriterien von Gruppe 1 oder 2 erfüllen.
– Stellt das jeweilige Bundesland keine mobilen Impfteams oder Impfbusse zur Verfügung, können Personen ab Pflegegrad 3 einen Krankentransport nach § 60 SGB V beanspruchen.

Umsetzung der Verordnung bisher mangelhaft

Doch in der Praxis ist es noch unklar, wann die Impfungen tatsächlich stattfinden werden. Der Impffortschritt und auch die Administration variieren von Bundesland zu Bundesland. Bei der Terminvergabe gibt es oft lange Wartelisten. Wieder einmal stehen pflegende Angehörige vor hohen bürokratischen Hürden.

“Wir hatten bereits den Fall, dass eine Dame irritiert war, weil sie in Gruppe 2 nun an der Reihe wäre, allerdings bisher nicht einmal ihre 81-jährige Mutter einen Termin bekommen hat”, schildert Johannes Haas, Geschäftsführer des Verband Pflegehilfe, die Situation. “Da fragt man sich schon, wieso es nicht langsam vorangeht?”.

Diskriminierung der häuslichen Pflege

Dass pflegende Angehörige nicht dieselbe Beachtung in der Impfverordnung finden wie professionelle Pflegekräfte, ist kritikwürdig. Etwa 76 % aller Pflegebedürftigen in Deutschland werden zu Hause von Angehörigen versorgt. Trotzdem hat die Politik offenbar deren Relevanz aus den Augen verloren. Familien, die durch ihre Care-Arbeit das Gesundheitssystem entlasten, sollten weitaus mehr Anerkennung erhalten. Dies gilt in der Pandemie mehr als je zuvor.

Haas sieht trotzdem eine große Chance im Impfstart für die betroffenen Familien: “Seit über einem Jahr leben pflegende Angehörige jetzt schon mit der Angst, ihre Eltern oder Partner anzustecken. Eine Infektion könnte über Leben und Tod entscheiden. Ich bin froh, dass sie in Zukunft zumindest eine Sorge weniger haben müssen”.

Verband Pflegehilfe

Der Verband Pflegehilfe berät seit 2008 Pflegebedürftige und deren Angehörige kostenlos zu den verschiedenen Angeboten für ein selbstbestimmtes Leben im Alter. Mit 130 Beraterinnen und Beratern und 600.000 Gesprächen allein im Jahr 2020 betreibt er die größte Pflegeberatung Deutschlands.

Der TÜV Saarland zeichnete den kostenlosen Service 2020 als “Sehr gut” aus. Die Beraterinnen und Berater sind an sieben Tagen in der Woche von 8 bis 20 Uhr unter der Rufnummer 06131 / 26 52 032 zu erreichen. Weitere Informationen bietet die Verbands-Website: www.pflegehilfe.org.

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Quelle: ots