Chaos auf Mallorca: Fluglotsen streiken, Regierung ermittelt

Fakt ist: Im Kontrollzentrum Barcelona haben sich am Montag massenhaft spanische Fluglotsen krank gemeldet – in der Folge gab es viele Verzögerungen im Reiseverkehr.

Allein auf Mallorca, Ibiza und Menorca starteten oder landeten am Montag rund 120 Maschinen mit Verspätung, teilte die staatliche Flughafenbehörde AENA mit. Allerdings seien nur 20 Flüge länger als eine Stunde verspätet gewesen.

Bis zum Abend hatten sich in Barcelona 39 von 106 Lotsen krankgemeldet. Von der Mittelmeer-Metropole aus wird auch der Luftverkehr auf Mallorca und den übrigen Balearen-Inseln kontrolliert.

AENA spricht von einem verkappten Streik und wirft den Lotsen vor, Krankheitsfälle vorzutäuschen, um die Flughafenverwaltung wegen der seit Jahren stockenden Tarifverhandlungen unter Druck zu setzen.

Die Lotsengewerkschaft USCA weist die Beschuldigungen zurück. Der Krankenstand sei höher, weil es nicht genügend Personal gebe und die Lotsen dadurch unter zusätzlichem Stress litten. Zudem seien die Dienstpläne schlecht gemacht.

Verkehrsminister José Blanco kündigte Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft gegen die Losten an. "Ihr Verhalten schadet der spanischen Wirtschaft und den Fluggesellschaften."

Verkehrsministerium und Fluglotsen streiten sich schon seit dem Auslaufen des Tarifvertrages im Jahr 2004. Seither hat es in den Verhandlungen kaum Fortschritte gegeben.

Im Februar hatte die Regierung einige der Privilegien der knapp 2.400 Lotsen beschnitten. Sie müssen nun länger arbeiten und bekommen weniger Überstunden bezahlt.

Spaniens Lotsen gehören zu den Bestbezahlten weltweit: Ihr Durchschnittsverdienst liegt bei rund 200.000 Euro im Jahr. (dpa, SAZ; Foto: Wikipedia)

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