Cash-Reserven in Coronazeiten: Echtgeld ist in Krisenzeiten der Grundstein der Vermögensbildung

Aktien in CoronazeitenVermögensbildung in der Coronakrise. Bildquelle: PIX1861 / 1070 images / pixabay.com

Die Coronakrise hat die Märkte erschüttert und Anleger verunsichert. Nach einer ersten drastischen Verkaufswelle ist es zu anfänglichen Kurssteigerungen gekommen. Wirtschaftlich stehen unsichere Zeiten bevor und viele Menschen müssen den Gürtel jetzt schon enger schnallen. Wer jedoch in guten Zeiten Barreserven aufgebaut hat, die er aktuell nicht benötigt, kann nun günstig investieren und den Grundstein für ein Vermögen legen.

Ob Kurzarbeit oder Auftragsschwund – viele Arbeitnehmer und Selbstständige haben derzeit geringere Einnahmen, während der Großteil der Kosten unverändert weiterläuft. Geldanlage ist für viele momentan das geringste Problem.

Nachdem es für sichere Anlagen wie Fest- und Tagesgeld sowie für festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen seit Jahren kaum Zinsen gibt, haben viele Sparer Bargeld auf ganz normalen Girokonten angehäuft. Die Aktienkurse haben sich bis zu Beginn der Coronakrise zwar exzellent entwickelt, allerdings war der unaufhörliche Höhenflug an den Börsen vielen Anlegern längst suspekt. Immer lauter wurden die Rufe der Crash-Propheten, die sich jetzt bestätigt fühlen, obwohl sie natürlich genauso wenig mit dem Virus rechnen konnten wie alle anderen auch.

MSCI World und DAX waren zwischenzeitlich 30 % günstiger

Wem die schwindelerregenden Aktienkurse zuletzt zu heiß waren, um in den Markt einzusteigen, der dürfte jetzt ins Grübeln kommen. Der MSCI World, ein Index mit über 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern, der den weltweiten Aktienmarkt einigermaßen gut abbildet, hat im Vergleich von Februar zu Mitte März über 30 Prozent verloren. Auch der deutsche Aktienindex (DAX) hat zwischenzeitlich mehr als 30 Prozent nachgegeben.

Was für all jene, die berauscht von den Höhenflügen erst kürzlich eingestiegen sind, ein Schock ist, ist für weitsichtige Anleger mit Cash-Reserven eine enorme Chance. Sie bekommen nun deutlich mehr Aktien oder Anteile für ihr Echtgeld, das bisher renditefaul auf dem Girokonto oder Sparbuch liegt und dort inflationsbedingt sogar schrumpft.

Auch wenn wir uns gerade Mitten oder vielleicht sogar erst am Anfang der Coronakrise befinden, kann niemand absehen, wohin sich der Markt in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten entwickeln wird. Nach einer ersten Bodenbildung haben sich die Kurse zuletzt spürbar erholt, wenngleich von Entspannung keine Rede sein kann. Aktien und Fonds zeigen sich derzeit durchaus volatil. Vor allem in den von Corona besonders betroffenen Branchen.

Corona-Lockerungen sorgen für gute Laune bei den Anlegern

Gerade die dieser Tage mit Spannung erwarteten Lockerungen des Lockdowns sind Nachrichten, die von der gesamten Wirtschaft und natürlich auch von der Börse aufmerksam verfolgt werden. Je mehr zum Alltag zurückgekehrt wird, desto zuversichtlicher werden die Anleger. Sowohl der MSCI World als auch der MSCI Emerging Markets, der Index der Schwellenländer, haben sich wieder leicht erholt.

Allerdings sind all diese Nachrichten mit höchster Sorgfalt zu genießen. Denn die Auswirkungen unseres aktuellen Handelns werden erst in zwei Wochen zeigen, ob die Infektionszahlen mit dem Coronavirus tatsächlich nachlassen oder ob die Politik verfrüht und zu leichtsinnig entschieden hat. Eine zweite Infektionswelle könnte die Märkte erneut erschüttern. Corona wäre ohnehin nicht die erste Krise, in der es nach dem Crash eine kurze Erholungspause gab, bevor die Börsen erst richtig abgerauscht sind.

Die von der Politik derzeit eifrig aus dem Boden gestampften Hilfspakete für die Bevölkerung und die Wirtschaft kosten Billionen, die wir noch in Jahrzehnten abzahlen werden. Fest steht: Die wirtschaftlichen Folgen werden gravierend sein, aber wie stark es uns am Ende genau trifft, das weiß derzeit noch niemand. Für konkrete Aussagen ist die Pandemie noch zu frisch und die Zukunft zu ungewiss.

Günstige Einstiegspreise nutzen und in Tranchen investieren

Epidemiologen und Virologen rechnen damit, dass uns das Coronavirus bis zum Ende des kommenden Jahres begleiten könnte. Und mit ihm all die Einschränkungen und Probleme. Zumal sich wirtschaftliche Auswirkungen von Krisen immer erst mit Verzögerung zeigen und dann natürlich nochmals die Märkte beeinflussen können.

Nichtsdestotrotz ist es jetzt an der Zeit sich Gedanken darüber zu machen, wohin mit dem Echtgeld. Denn die Unberechenbarkeit der Märkte bedeutet schließlich auch, dass es ab heute bereits nach oben gehen könnte. Wer den MSCI World Index von Xtrackers am 23. März gekauft hat, hat ihn zum Tiefstpreis von 40,46 Euro pro Anteil erstanden. Heute müssen bereits elf Euro mehr bezahlt werden. Der Höchststand vor der Krise lag bei 61,50 Euro. Es ist also nach wie vor genügend Luft nach oben vorhanden.

Da niemand weiß, ob das Schlimmste bereits überwunden ist, oder die Kurse nochmals nachgeben, empfiehlt es sich nun in Tranchen zu investieren. So nehmen Anleger sowohl fallende als auch steigende Kurse mit, was im Durchschnitt einen soliden Einstiegskurs ergibt. Möglich ist das bei vielen Brokern auch mit einem Sparplan, den es längst nicht mehr nur für Fonds wie ETFs, sondern zunehmend auch für Einzelaktien gibt.

Ruhe bewahren und Panikverkäufe vermeiden

Wer vor der Krise eingestiegen ist und nun auf ein tiefrotes Depot blickt, der sollte die Nerven behalten. Wenn nicht ohnehin schon geschehen, ist jetzt erst recht kein guter Zeitpunkt um zu verkaufen. Ein Blick auf die Historie zeigt, dass die Aktienkurse sich nach jeder Krise mehr oder weniger schnell wieder erholt und selbst überboten haben. Anleger brauchen nur Zeit und Geduld, weshalb sich Wertpapiere nicht als Asset eignen, wenn das gesparte Echtgeld in absehbarer Zeit für etwas anderes benötigt wird.

Wer trotz Minusdepot noch Bargeld übrig hat, kann jetzt ebenfalls zukaufen und seine Rendite durch die günstigen Kurse verbessern, wenn der Bullenmarkt mit seinen anhaltend steigenden Kursen einsetzt.

Für besonders risikoscheue Anleger gibt es keine guten Nachrichten. In absehbarer Zeit kann nicht mit einem Anstieg der Sparzinsen gerechnet werden. Wer weiter auf das Sparbuch oder Tagesgeldkonto setzt, der muss seinem Vermögen beim Schrumpfen zusehen und demnächst vielleicht sogar Negativzinsen zahlen. Vor allem aber verzichtet er gerade jetzt in der Coronakrise auf gute Renditechancen. Denn die großen Vermögen werden dank günstiger Einkaufspreise in der Krise geschaffen.

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