Carlisten-Führer Carlos Hugo stirbt in Barcelona

Wie die Familie am Mittwoch mitteilte, erlag der Herzog von Parma, das Oberhaupt der Dynastie Bourbon-Parma, in Barcelona einer Krebserkrankung. Die Carlisten hatten von 1832 bis 1978 Ansprüche auf den spanischen Thron erhoben.

Sie lieferten sich im 19. Jahrhundert mit der Zentralgewalt mehrere Kriege, die als Carlisten-Kriege in die Geschichte eingingen. Bis vor wenigen Jahrzehnten hatten die Carlisten in Spanien eine große Anhängerschaft, verloren dann aber infolge interner Streitigkeiten an Bedeutung.

Carlos Hugo hatte die ursprünglich traditionalistische und zuweilen sogar rechtsgerichtete Bewegung auf einen Linkskurs gebracht und sich den Gegnern der Franco-Diktatur (1939-1975) angeschlossen – während des Bürgerkrieges hatten die Carlisten aber für Franco gekämpft.

Nach der Wiederherstellung der Monarchie in Spanien erklärte er 1978 seinen Verzicht auf den Thron. Der in Paris geborene und in Italien aufgewachsene Adlige heiratete 1964 die niederländische Prinzessin Irene, eine Schwester der heutigen Königin Beatrix.

Die Ehe wurde 1981 geschieden. Carlos Hugo soll nach Angaben der Familie in den Niederlanden aufgebahrt und später in der italienischen Stadt Parma beigesetzt werden.