Capa-Fotos aus dem Spanischen Bürgerkrieg entdeckt

Zahl der bekannten Capa Fotos erhöht sich von 500 auf 3500

Auf den Rollen befinden sich demnach rund 3000 Fotos, wieviele davon jedoch Capa zugeschrieben werden können war zunächst unklar. Ein Teil der Bilder stamme auch von Capas deutscher Lebensgefährtin Gerda Taro sowie seinem Kollegen David Seymour.

Die Negativrollen lagerten demnach in drei Kisten, die nach dem Ende des Spanischen Bürgerkriegs dem mexikanischen General Francisco Javier Aguilar Gonzalez anvertraut wurden. Dort gerieten die Negative in Vergessenheit und wurden von den Angehörigen des Generals erst in den neunziger Jahren wieder gefunden, ohne dass sie den Rollen Bedeutung beimaßen. Im vergangenen Dezember wurden die Rollen den Berichten zufolge an das von Capas Bruder Cornell Capa gegründete Internationale Zentrum für Fotografie in New York (ICP) geschickt.

„Es ist, als würde man den Heiligen Gral finden“, sagte ICP-Direktor Brian Wallis dem „Periódico de Catalunya“. Es seien 500 Capa-Fotos aus dem Spanischen Bürgerkrieg bekannt gewesen, jetzt kämen möglicherweise 3000 weitere hinzu. Nun müsse herausgefunden werden, welche Bilder von Capa und welche von Taro oder Seymour stammten.

Fotos anderer Fotografen unter den Bildern

Das berühmte Bild Capas eines republikanischen Soldaten im Augenblick seiner tödlichen Verletzung nahe Cerro Muriano im Süden Spaniens (Bild) befinde sich dem Anschein nach nicht unter den Bildern, berichtete die spanische Zeitung. Wohl aber seien darunter Bilder der berühmten spanischen Kommunistin Dolores Ibárruri Gómez, genannt „La Pasionaria“, sowie von der republikanischen Generalmobilmachung in Katalonien, wenige Tage vor dem Fall Barcelonas und dem Einmarsch der Truppen des Generals Francisco Franco im Januar 1939.

Auslöser des Spanischen Bürgerkriegs war ein Putsch nationalistischer Generäle um Franco im Juli 1936. Zahlreiche Freiwillige aus der ganzen Welt kämpften während des fast drei Jahre andauernden Krieges auf Seite der republikanischen Truppen, darunter auch aus Nazi-Deutschland geflohene Deutsche. Capas Fotos von den Kämpfen machten ihn weltweit bekannt. Seine Lebensgefährtin Taro kam 1937 in Spanien ums Leben, als sie von einem Panzer überfahren wurde. Der Krieg endete im April 1939 mit dem Sieg Francos, der danach in Spanien eine bis zu seinem Tod 1975 andauernde Diktatur errichtete. Capa gründete mit Kollegen 1947 die Foto-Agentur Magnum, die lange Zeit Standards für Magazin-Reportagen setzte. Er stammte aus Ungarn, nahm aber später die US-Staatsbürgerschaft an. Capa starb 1954 durch eine Mine in Indochina.